Sechs Arten wie Sie die Beziehung zu ihren Liebsten pflegen können – Teil 2

von | Okt 2, 2017 | Erziehung, Persönliches wachstum

Im letzten Artikel haben wir die ersten drei Wege der sechs Bindungsarten angesehen. Wir sprachen über die Sinne, Gleichheit und Zugehörigkeit& Loyalität.
In diesem Artikel werden wir Bedeutsamkeit, Gefühle und Vertrautheit ansehen:

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Bedeutsamkeit
“Diese Art nach Nähe und Verbindung zu streben, ist die Suche nach Bedeutsamkeit, dem Gefühl, jemandem wichtig zu sein. Wenn wir für jemanden wichtig sind, so sichert uns dies Nähe und Verbindung. “
Als ich diese Zeilen las, kamen mir sofort meine Kinder in den Sinn, wie ich das bei ihnen beobachten kann!

Wie oft schon leuchtete das Gesicht unserer Kinder auf, einfach, weil wir sie mit einem Lächeln angeschaut haben. Oder weil wir ihnen gesagt haben, wie Stolz wir auf sie sind. Oder weil wir sie angefeuert und gelohnt haben, wenn sie etwas zum ersten Mal versuchten, etwas Neues lernten.
Vor ein paar Wochen hatte meine Tochter in der Schule Verkehrskunde. Ein Polizist war zu Besuch und wir als Eltern konnten dem Unterricht auch teilnehmen. Ich saß mit den anderen Eltern ein wenig abseits vom der Klasse. Doch jedes Mal, wenn meine Tochter mit dem Polizist interagierte, (sei es, weil sie eine Frage beantwortete oder mit den anderen Kindern ein fahrendes Auto nachahmte) … schaute sie zu mir, nach meinem lächeln meinem Beifall in meiner Mimik forschend. Diese gab ich ihr noch so gern:!

Der Autor schreibt weiter:
“Mit drei bis vier Jahren ist das sich bindende Kind ganz darauf aus, zu gefallen und Anerkennung zu finden. Für abfällige und missbilligende Blicke ist es extrem empfänglich. Solche Kinder leben für den glücklichen Gesichtsausdruck ihrer Bindungspersonen.
Das Problem dieser Bindungsart ist, das das Kind durch sie verletzlich wird. Wollen wir jemandem etwas bedeuten, so leiden wir, wenn wir das Gefühl haben, dass wir dieser besonderen Person nicht wichtig sind. Suchen wir die Gunst eines Menschen, so werden wir uns durch Anzeichen von Ungunst verletzt fühlen. Ein empfindsames Kind kann schnell am Boden zerstört sein, wenn die Augen – eines Elternteils oder eines Altersgenossen in denen es Anzeichen von Wärme und Wohlwollen erblicken möchte, bei seinem Anblick nicht erstrahlt.
Wie fest kann ich mich mit diesem Text identifizieren!
Wie oft war ich als Teenie oder junger Erwachsener am Boden zerstört, wenn eine Freundin oder Freund, mit denen ich eine Bindung aufgebaut hatte mir auf einmal nicht mehr dieses Wohlwollen und Wärme spüren ließ! Noch verheerender war es, wenn es sich um eine affektive Bindung handelte, mit Jungs (bei denen ich im unbewusste hoffte das diese mein gähnendes Loch an Zugehörigkeit füllen würden) mir dieses Gefühl von Bedeutsamkeit vorenthielten! Wenn ich nicht so wichtig war für eine mir wichtige Person wie sie mir wichtig war.
Mir ist heute bewusst, dass all diese Tränen und den Intensiven Schmerz eine Konsequenz waren einer fehlenden Bindung, fehlende Zugehörigkeit. Diese fehlende Grundlage an wert, gewollt sein und liebenswert zu sein.

Gefühle.
„Gefühle von Zuneigung, Liebe und Wärme. Emotionen spielen bei Bindung immer eine Rolle aber im Vorschulalter wird das Streben nach emotionaler Nähe bei einem Kind, das tief empfinden kann und sehr verletzlich ist, sehr intensiv.

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Kinder, die diese Art von Bindung bevorzugen und diese emotionale Nähe der Eltern auch bekommen, können physische Trennung von ihnen viel besser ertragen und es dennoch schaffen, die Nähe zu ihnen zu bewahren. Das Kind trägt das Bild der liebenden und geliebten Eltern in seinem Geist und findet darin Trost und Halt.“
Kinder, die auf diese Art Verbindung suchten und darin gesättigt worden sind, haben eine größere Fähigkeit, emotionelle Nähe zuzulassen als Kinder, die darin zu kurz kamen –durch die physische Abwesenheit der Bezugspersonen oder deren emotionale Unfähigkeit, emotionale Nähe zuzulassen.

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Vertrautheit
Welch großartiges Geschenk wir unseren Kindern machen können!!
Das Geschenk, echt sein zu dürfen, wirklich gekannt zu sein mit all dem wunderbaren aber auch schwierigen, das eine Kindheit beinhaltet – und trotzdem verstanden, geliebt und akzeptiert zu sein!

„Viele von uns sind sogar bei geliebten Menschen zurückhaltend, über unsere tiefsten, uns selbst betreffenden Unsicherheiten und Sorgen zu sprechen.
Dennoch gibt es keine größere Nähe als das Gefühl, jemandem vertraut und jederzeit willkommen zu sein und von ihm so wie man ist gemocht, akzeptiert und angenommen zu werden.“
Also ein Kind das sich in von uns geliebt, akzeptiert, und angenommen fühlt … Wird ein Kind sein, dass es liebt, mit ihnen zeitzuverbringen, ein Kind das alles mit ihnen Teilen möchte. Was es bewegt, seine schönen Momente, aber auch die schwierigen.

Dies sind die sechs Bindungsarten, von denen uns jede eine Hilfe ist, das Verhalten unserer Kinder – und oft auch unser eigenes Verhalten – zu verstehen.
Kinder, wie auch wir die schon im Erwachsenen Alter sind, haben unsere bevorzugte Art an Bindung. Ich nehme an es wahr ihnen Möglich, sich selber oder eines ihrer Kinder in einer der sechs Bindungsarten zu erkennen.
Diese zu verstehen hilft uns auf unsere Kinder einzugehen, ihnen dort zu begegnen, wo sie stehen, mit der Möglichkeit ihre „Sprache“ zu sprechen.
Ich habe ein Kind das am meisten auf die Bindungsart von “Vertrautheit” anspricht. Dies zu verstehen hat mir geholfen zu realisieren das dies nicht die Art an Bindung ist, die mir am einfachsten fällt zu geben. Aber es hilft mir, mich zu positionieren, zu wachsen, und an meiner Fähigkeit zu arbeiten – damit ich meinem Kind das geben kann, was es wirklich braucht.
Von meiner eigenen Geschichte weiß ich, dass es viel schwieriger ist (und manchmal gar unmöglich) gute Entscheidungen zu treffen, wenn diese gesunde Bindung fehlt. Dieses Tiefe Bedürfnis nach der fehlenden Bindung hat mein Leben für lange Zeit sabotiert!

Quellenangaben:
Der Inhalt, der kursiv geschrieben ist, kommt wortwörtlich aus dem Buch „unsere Kinder brauchen uns“, geschrieben von Gordon Neufeld und Gabor Mate, zweites Kapitel, unter Kapitel „Die sechs Bindungsarten“, Seite 22–24.
Das Ziel des Autors (Jeanne von Familythatmatters) ist es, ihnen einen kleinen Einblick in etwas zu geben, was ihr zum Thema Familie zentral erscheint: Die Fähigkeit, innerhalb der Familie gesunde Bindungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Ihrer Meinung nach haben Gordon Neufeld und Gabor Mate eine vortreffliche Arbeit geleistet mit ihrem Buch. Für jeden, der sich am Thema interessiert ist, es wärmstens zu empfehlen, das Buch selber zu lesen.

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