Was, wenn wir in der Erziehung etwas sehr Wichtiges verpassen ?

von | Dez 18, 2017 | Erziehung, Persönliches wachstum

Wie wir in den beiden vorhergehenden Artikeln gesehen haben, sehnt sich Gott nicht danach, dass wir Ihm wie Sklaven dienen. Auch fordert er von uns nicht eine Hingabe, die sich ihm und anderen Menschen ausliefert.
Mit seinem Leben hat er uns etwas anderes vorgelebt. Er hat uns gezeigt, was echte Hingabe bedeutet. Seine Hingabe ist etwas ganz anderes als viele von uns glauben. Wir, die ihm dienen wollen, und ein Leben leben, das mehr mit Auslieferung als mit Hingabe zu tun hat.

 

Wir haben gesehen, dass

  • wahre Hingabe Leidenschaft, Identität, Sicherheit, Selbstbestimmung, Königlichkeit,  Ehrbarkeit und Freiheit beinhaltet. Sie macht die andere Person zu einem ehrenwerten Empfänger.
Erziehung
Was viele von uns leben, hat mehr Ähnlichkeit damit, sich auszuliefern.

  • Sich Auszuliefern kommt mit einem Gefühl der Ohnmacht, Wertlosigkeit, Identitätslosigkeit, Viktimisierung und es macht den anderen zum Täter.

Wie versprochen werden wir heute sehen, was dieses ganze Thema mit Kindererziehung zu tun hat.

Beim Lesen und Studieren von verschiedenen Büchern über Kindererziehung, die von christlichen Experten geschrieben wurden, sah ich, dass diese alle etwas gemeinsam hatten: Sie sind überzeugt, dass unsere wichtigste Aufgabe als Eltern darin besteht, unsere Kinder so zu erziehen, dass sie uns gehorchen. Dass sie unsere Autorität respektieren und sich uns unterordnen.
Ich stimme ihnen zu.
Erziehung

Einige dieser Bücher lassen uns jedoch glauben, dass wir ohne körperliche Züchtigung und ohne engmaschige Autorität den Respekt unserer Kinder und damit unsere Autorität über sie verlieren werden. Sie sagen, wir müssten unseren Kindern beibringen, auf unseren ersten Befehl hin zu gehorchen, nie eine Widerrede zu akzeptieren und ihnen beizubringen, sich jeder Autorität stillschweigend und mit einer guten Haltung unterzuordnen.

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Sie sind überzeugt, dass es, um dorthin zu gelangen, die folgenden Dinge braucht:

  • Körperliche Züchtigung. Diese rechtfertigen sie mit Bibelversen, die im Buch der Sprüche in der Bibel zu finden sind. Sie ermahnen Eltern, der Bibel zu gehorchen und ihre Aufgabe, die Kinder zu züchtigen, nicht zu unterlassen.
    Auch bei kleinen Kindern, so glauben sie, braucht es eine klare, strenge Disziplin und Autorität. (Mehr zu diesen Bibelversen aus dem Buch der Sprüche finden sie hier)
  • Sie fordern Eltern auf, schon ab Kleinkindalter mit dem körperlichen züchtigen zu beginnen – viele schon ab dem Alter, in dem diese zu krabbeln beginnen. Dies, weil Babys dann schon frei genug sind, in eine entgegengesetzte Richtung zu krabbeln, als wir dies wünschen.
  • Sie lehren über die Wichtigkeit, den Willen der Kinder zu brechen (um fair zu sein, betonen sie, dass wir niemals den Geist eines Kindes brechen sollen, sondern den Willen – aber mehr dazu ein anderes Mal)
  • Einige dieser „Experten“ raten dringend, ein Neugeborenes nach Zeitplan zu stillen und schlafen zu legen. Auch sehen sie es als wichtig, dass Eltern nicht bei jedem Mucks des Babys angerannt zu kommen, sondern, dass das Baby lernt, sich selbst zu regulieren und zu lernen, dass es nicht der „Mittelpunkt der Welt ist“.
    Sie sehen es als unvermeidbar, einen aufmüpfigen 2-Jährigen mit genau so viel Ernsthaftigkeit wie bei einem älteren Kind zu züchtigen, wenn dieser nicht gehorchen will.
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    Sie sind überzeugt, dass dies die Lösung ist für die heutige Situation überforderter Eltern und aufmüpfiger, rebellischer Kinder, die sich keiner Autorität unterordnen.
Aber was wäre, wenn es mehr darum gehen würde, wer wir sind – als darum, welche Massnahmen wir ergreifen, um Kinder dazu zu bringen, uns zu gehorchen, sich uns unterzuordnen und uns zu respektieren?
Was wäre, wenn wir trotz unserer Mühe, unsere Kinder gut zu erziehen, etwas sehr Wichtiges verpassen würden?

Lassen Sie mich Ihnen etwas über den Ansatz erzählen, den wir als Familie haben.
Lassen Sie mich Ihnen beschreiben, woran wir glauben, was wir Kindern beibringen wollen, was wir ihnen durch unser eigenes Leben zeigen wollen:

Um dies klar zu stellen: Auch wir sehen die Notwendigkeit, Kinder grosszuziehen, die uns gehorchen. Kinder, die uns als Eltern respektieren und sich unserer Autorität unterordnen.
Und unsere Kinder tun dies… sei es zu Hause, in der Schule oder auswärts.

Dabei muss aber folgendes erwähnt werden:

  • Wir haben unsere Kinder nie schreien lassen.
  • Wir haben unsere Kinder nie nach Zeitplan gefüttert oder schlafen gelegt.
  • Wir haben niemals körperliche Bestrafung angewendet. Wir müssen nicht einmal unsere Stimmen erheben, damit sie gehorchen.
  • Wir haben unseren Kleinkindern viele “Baby-Bonusse” gegeben. Das bedeutet konkret, dass wir bei ihnen vieles durchgehen liessen, wo wir von den älteren Geschwistern erwartet haben, dass sie uns gehorchen.
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    Wir glauben nicht an eine Erziehung, die darauf hinaus läuft, dass Kinder
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  • sich ängstlich jeglicher Autorität unterwerfen
  • keine eigene Meinung haben
  • es nicht wagen, uns zu sagen, wenn sie anders Denken als wir, ja es nicht einmal wagen, Dinge anders zu sehen als wir.

Wir erziehen unsere Kinder mit einem Ziel im Auge. Dieses Ziel sieht folgendermassen aus:

  • Wir wollen unseren Kindern die Fähigkeit erlernen, in wahrer Hingabe zu leben.
  • Wir wollen Kinder sehen, die auch noch mit zunehmendem Alter voller Leidenschaft, Identität, Sicherheit, Selbstbestimmung, Königlichkeit, Respektabilität und Freiheit sind.
  • Wir glauben daran, Kindern beizubringen, diese Freiheit zu nutzen, um Gott zu lieben, Gott zu dienen und Gott in allem, was sie tun und nicht tun, zu folgen.
  • Wir möchten, dass unsere Kinder in dieser Welt ein Licht sind. Ein Licht kann nicht glanzlos, gedämpft, dunkel und empfindungslos sein. Ein Licht hat diesen Glanz, dieses Leuchten. Wenn du solche Leute triffst, bemerkst du an ihnen etwas Besonderes, Schönes und Herzerwärmendes.
  • Wir glauben daran, Kinder grosszuziehen, die in dieser Welt etwas bewirken für das, was richtig ist, aufstehen und ihre Identität in Christus kennen.
  • Wir wollen unsere Kinder darauf vorbereiten, den Mut zu haben, Not mit Königlichkeit und Identität zu begegnen.
    Wir wollen Kinder sehen, die ihr Leben mit Leidenschaft leben, eine Leidenschaft, die auch Rückschläge und Frustrationen nicht auslöschen können.
  • Wir wollen, dass unsere Kinder zu Erwachsenen werden, die ihre Schwächen und Stärken kennen, damit sie ein Leben in ihrer Bestimmung leben können.
Hingabe muss eine freie Entscheidung sein. Ansonsten bricht – und stirbt tatsächlich etwas in einer Person.

Daher ist unser Fokus in unserer Erziehung nicht absoluter Gehorsam gegenüber allem, was wir sagen.Es ist nicht in erster Linie Unterordnung und ein angepasst sein an das, das wir wollen.Viel mehr wollen wir ihre Herzen darauf vorbereiten, fähig und bereit zu sein, Gott mit allem, was sie sind und haben, zu lieben.
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Wie erreichen wir das?

Einer der Hauptziele dieser Webseite besteht genau darin. Unsere Offenbarungen und Erkenntnisse weiter zu geben.

Dinge, die wir in unseren eigenen Leben oder im Leben unserer Kinder angewendet haben und bei denen wir gesehen haben, dass sie funktionieren. In unseren wöchentlichen Artikeln werden sie immer wieder neues Material finden, das ihnen weitergibt, wie wir diese Erkentniss umsetzen.

Wir selbst sind immer noch in diesem Prozess des Lernens und des Wachsens – gerade auch im Verständnis, wie dies im Kinderleben umgesetzt werden kann.

Wir sind auf unserem Weg, Eltern zu sein, die in wahrer Hingabe leben und unsere Kinder mit unseren Leben lehren. Wir lernen jeden Tag dazu, werden herausgefordert und sind manchmal ahnungslos, wie die perfekte Lösung für eine Situation mit unseren Kindern aussehen könnte. Aber weil wir wissen, wohin wir gehen, weil wir ein klares Bild davon haben, wohin unsere Kinder kommen sollen, macht dies uns leichter, konkret zu wachsen und Dinge dazu zu lernen. Dies immer mit dem Ziel, schlussendlich diese Eltern zu sein, die ihre Kinder zu Erwachsenen grossziehen können, die in voller Leidenschaft, Identität, Sicherheit, Selbstbestimmung, Königlichkeit, Respektabilität und Freiheit ihr Leben leben.

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