Ablauf als Beispiel eines Dialoges mit Gott über unsere Gefühle

von | Aug 14, 2017 | Glaubens Impulse, Persönliches wachstum

Wie wir im letzten Artikel gesehen haben, sind Emotionen an sich nichts Schlechtes. Unsere Reaktion auf diese Emotionen macht es aus.
Es ist so wichtig, dass wir sie erkennen und benennen können. Nur so sind wir in der Lage, etwas bezüglich unserer inneren Realität zu tun.

In diesem Artikel habe ich für Sie eine persönliche Anwendung, ein Modell wie Sie mit Gott über Gefühle reden können.

Gott

Ich erinnere mich gut an den Tag im Frühling 1999, während meiner Zeit in England. Ich war auf meinen Knien und schüttete Gott mein Herz aus. Es ging um eine Situation mit einem Jungen, in der ich nicht weiter kam. Ich konnte nicht sagen, was ich genau fühlte. Ich wusste nur, dass es mich sehr schmerzte.
Als ich so vor Gott war und meinen Gefühlen Ausdruck verliehen hatte, sprach Gott auf einmal mit mir. Nicht hörbar und dennoch sehr real zu meinem Herzen: „Was du da fühlst, nennt sich ‚Ablehnung‘.“ Ablehnung? Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, dass dies eine starke Realität meines Lebens war. Er zeigte mir auch zwei Situationen, in denen ich das Gleiche gefühlt, den gleichen Schmerz hatte, in denen aber dieser Junge nichts damit zu tun hatte. Das war der erste Schritt für mich zum Verstehen, dass solche Emotionen in mir sind und durch solche Situationen nur rauskommen, nur ausgelöst werden. Es war nicht dieser Junge, der mich zum Weinen brachte. Es waren die Emotionen, die ich schon in mir hatte, die in dieser Situation stark zum Vorschein kamen, die mich so schmerzten.

Durch die Jahre habe ich gelernt, dass Gott der verlässlichste, vertrauenswürdigste Ort ist, an den wir uns mit all unseren Gedanken, Gefühle und Emotionen wenden können. Er kennt mich. Er kennt Sie. Er will hören was wir denken und fühlen. Er weiss, was tief in uns verborgen ist – und er ist fähig, wie kein anderer, uns den Weg in die Freiheit zu zeigen.

Hier ein Ablauf als Beispiel eines Dialoges mit Gott über unsere Gefühle:

Schritt 1. Gehen Sie vor Gott und anerkennen Sie, wer er für Sie ist, nach der Offenbarung, die Sie von ihm haben.

Beispiel: Jesus, ich Danke dir, dass du am Kreuz gestorben bist, und ich deshalb frei vor dich kommen kann.

Schritt 2. Sagen Sie ihm, was Sie fühlen und beschreiben Sie ihm möglichst in aller Tiefe, wo Sie erkennen, wie dies Ihr Leben beeinflusst. Lesen Sie Psalm 55.1-8 als Beispiel, wie David sein Herz vor Gott ausschüttete.

Beispiel: „Ich bin so traurig (zornig, ängstlich, beschämt). Am liebsten möchte ich weinen, gleichzeitig bin ich so zornig. Ich möchte nur noch alleine sein …“

Schritt 3. Antworten Sie auf die Frage: „Wieso bist du so zornig (ängstlich, traurig, beschämt)? Was ist es, das dich so fühlen lässt?“ Wenn Sie es nicht wissen, so fragen Sie Gott:

Beispiel: „Wieso bin ich so ängstlich? Welche Gefahr nehme ich wahr?
Lassen Sie Ihn zu Ihnen reden.

Schritt 4. Fragen Sie Gott, was er mit diesen Gefühlen machen möchte. Dieser Teil des Dialogs wird hier sehr unterschiedlich sein, je nach dem, was das betreffende Gefühl ist.

Beispiel: (Traurigkeit) Danke Herr, dass du mir gezeigt hast, was ich verloren habe. Hilf mir zu wissen, wie ich über diesen Verlust trauern kann. Verwandle du diesen Verlust in Segen. Und hilf mir, denen zu vergeben, die dafür verantwortlich sind.

Beispiel: (Angst) Danke Herr, dass du mir gezeigt hast, dass dieses beklemmende Gefühl Angst ist. Angst, diese Beziehung zu verlieren. Herr, ich möchte mehr als alles diese Intimität mit dir leben. Hilf mir, zu dir zu flüchten, als mein Schutz und meine Burg. Hilf mir zu verstehen, dass ich bei dir sicher bin, und dass du treu bist, egal was andere Leute mir antun können. Hilf mir, zu verstehen, dass du mir neue Freunde geben kannst. Ich möchte diese Angst als Motivation nehmen, dir mehr zu vertrauen.

Schritt 5. Beenden Sie die Zeit, in dem Sie Gott danken, für wer er ist. Für was sie wissen, das er ist. Manchmal ist es mehr eine Proklamation als eine Offenbarung, aber das macht nichts. Egal was wir wahrnehmen und erleben, er bleibt der Gleiche. Bitten Sie ihn, dass er Sie weiterhin in diesem Prozess leitet, und ihnen hilft, diese Gefühle dazu zu gebrauchen, dass sie Ihn besser kennen lernen.

Gott

Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, dass es keine Gefühle gibt, die wir Gott nicht sagen können. Wir können echt sein vor ihm.
Ich liebe dem Vers in Johannes 4.24 (und gleichzeitig fordert er mich heraus):

Gott ist Geist und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Ihn anbeten in Geist und Wahrheit – wir werden seine Gegenwart und Liebe auf eine viel tiefere Art kennen lernen, wenn wir echt sind vor ihm. Nicht indem wir uns so verhalten, wie wir gelernt haben oder wie wir uns vorstellen, wie wir sein sollten. Er hat keine Angst vor unserer Realität. Er hat keine Angst vor unseren Gefühlen. Wenn wir ohne jegliche Maske vor ihn kommen, echt und transparent vor ihm sind, kann er unsere Realität verändern.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein siegreiches Leben nicht bedeutet, keine Emotionen mehr zu haben. Aber es bedeutet, dass wir diese Emotionen nicht unser Leben leiten lassen. Wir benützen sie vielmehr dazu, dass wir Gott in diesen Emotionen besser kennen lernen. Dann werden wir wachsen und weiter im Prozess kommen, das zu werden was wir wirklich sind.

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