Der heutige Post ist keine leichte Kost.

Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass es von grosser Bedeutung ist, sich als Eltern mit diesem Thema auseinander zu setzen.

Wege, um unsere Kinder zu schützen – lasst uns über die Realität von Pädophilen reden

von | Feb 19, 2018 | Erziehung

Als ich Mutter wurde, tat sich in mir eine neue Realität auf, diese Starken Gefühle, die ich bis dahin nicht kannte: Diese tiefe Liebe für meine Kinder, diesen starken Drang, sie vor Bösem zu bewahren, sie vor Gebrochenheit und Schmerz zu schützen und sie vor dem Wahnsinn dieser Welt zu bewahren.
Bis jetzt lief mir beim Wort “Pädophilen” immer kalt den Rücken hinunter. Ich stellte mir vor, dass dies dunkel gekleidete Männer sind, die auf dem Spielplatz kleinen Kindern auflauern. 

pedophile

Ich wusste, dass es wichtig ist (und hatte dies auch getan), meinen Kindern zu erklären, dass sie nicht mit Fremden gehen sollen, dass niemand sie „da“ berühren dürfe und dass es von grosser Wichtigkeit sei, es sofort uns Eltern zu erzählen, wenn jemand das versucht oder  wenn sich jemand versucht sich vor dem Kind zu entblössen.

Vor ein paar Wochen habe ich jedoch auf Twitter eine Aussage gesehen, die eine Person, der ich folge, retweeted hat:

Liebe Mitpastoren: Da dies für euch so verwirrend erscheint, lasst es mich für euch vereinfachen. Jemand sagte mir, sie sei von meinem Vater missbraucht worden. Ich ging zur Polizei. Mein Vater kam ins Gefängnis. Jesus sagt, wir sollen unser Leben für andere lassen. Sie sind nicht mal bereit, ihre Arbeit für andere zu verlieren.  #ChurchToo “

Diese Aussage traf mich und ich war neugierig, wer dieser Mann war, der so etwas schrieb.

Ich fand heraus, dass er der Sohn eines Pastors war – und dass dieser Pastor, ein Vater und Ehemann,  ein Pädophiler war. Dies schon seit er 14 Jahre alt war, bis er jetzt mit 62 Jahren gefasst wurde. Keiner, nicht mal seine Frau, hatte auch nur eine leise Ahnung davon!

 Diese schrieb ihre vergangenen Erfahrungen auf einem Blog mit dem Titel “Finding a healing place“.

Ich habe diesen ganzen Blog gelesen.

 Dies zu lesen war schmerzhaft, brutal, interessant und sehr, sehr hilfreich und bildend dazu.

 Was mich am meisten traf, war, dass dieser Pädophile nicht dieser gruselige Mann war, der versuchte, Kinder in sein Auto zu bekommen. Er war nicht diese völlig unsoziale Person, von der jeder von weitem sah, was er im Schild führte.

Er war Pastor. Von vielen bewundert. Eine Säule in seiner Gemeinde. Die Leute vertrauten ihm. Er war ein wundervoller Vater und ein scheinbar hingegebener Christ. Niemand – einschliesslich seiner elf Kinder und seiner Frau – hatte eine Ahnung, was er tat.

 Ich habe einige Fakten zu diesem Thema gefunden:

  • 30% Prozent aller sexuell missbrauchten Kinder wurden von einem Familienmitglied missbraucht,
    .
  • 60 % von einem Erwachsenen, den sie kannten, der kein Familienmitglied war.
    .
  • nur 10 % aller sexuell missbrauchten Kinder wurden von vollkommen Unbekannten Personen misshandelt. 

Wie gesagt habe ich habe den Blog von Clara Hinton, der Exfrau dieses Pädophilen gelesen, zusammen mit den Kommentaren, welche die Leute darunter schrieben. Ich sah mir die Webseite von ihrem Sohn Jimmy Hinton an und las auch seine Blog Einträge. Er war derjenige, der diesen Twitter Post schrieb.
Ich wurde mir immer mehr der Verantwortung bewusst, die wir als Eltern haben.

Die Tatsache, dass nicht mal seine Familie etwas davon gemerkt hat, erinnerte mich an ein Ereignis, das vor einigen Jahren stattfand, als ich eine Leiterin in einer Christlichen Organisation war.
Er war ein langjähriger Leiter dieser Organisation, und einer der Hauptleiter. Ich kannte ihn und seine Familie schon seit etlichen Jahren. Er war ein Ehemann und Vater, und als Leiter waren wir ihm unterstellt.
Eines Tages begann er, sich unangemessen mit einer weiblichen Freundin zu verhalten, die auch, wie ich, eine der Leiterinnen war. Diese Situation hat nichts mit dem Thema Pädophilie zu tun, sondern mit der Tatsache, dass wir es nicht “gesehen” haben. Sein Verhalten war total unangemessen. Männliche Leiter sollten sich nicht so gegenüber einer weiblichen Leiterin verhalten, schon gar nicht wenn er verheiratet ist, einige Jahre älter ist und eine Führende Position hat. Aber er tat es. Keiner von uns Mitleitern machte sich darüber Gedanken oder berichtete jemandem, was gerade abläuft. Einfach weil wir alle diesen Mann kannten und ihm vertrauten. Es war für uns unvorstellbar, dass hier etwas nicht stimmen könnte.

Schlussendlich liess sich der Leiter von seiner Frau scheiden, kündigte seinen Dienst und heiratete das junge Mädchen. Kurz darauf hatte er ein Baby mit ihr.

Ich war erschüttert. Rückblickend war es offensichtlich. Ich hätte es sehen sollen; wir hätten irgendwie handeln müssen. Aber das kam uns gar nicht in den Sinn. Als andere Personen sein Verhalten in Frage stellten, waren wir, die anderen Leiter, die ersten, die ihn verteidigten.

Mit dieser Erfahrung machte es für mich Sinn, dass jeder noch so bekannte und vertraute in meiner Umgebung ein Pädophiler sein könnte. Clara Hinton und ihr Sohn Jimmy leisten hervorragende Arbeit, um zu sensibilisieren und zu lehren, dass der Verstand eines Pädophilen nicht so funktioniert wie unser Verstand. Dass sie Kinder nicht so sehen wie wir. Dass es nicht nur um Sex geht, sondern um Kontrolle und Manipulation. Ein Pädophiler studiert die Eltern des Opfers. Er studiert das Opfer selbst. Er baut Vertrauen auf. Er umgarnt das Opfer und die Eltern. Dann benutzt er das Opfer, manchmal über einen längeren Zeitraum, ohne dass jemand etwas sieht.

Es gibt noch viel mehr Dinge, die ich in diesen Artikel aufnehmen könnte. Es gibt noch mehr Informationen, die ich für wichtig halte und die für jeden Elternteil von grosser Bedeutung sind.

Wenn Sie Englisch lesen können, lade ich Sie ein, Clara Hintons Blog “Finding a healing place” zu lesen.

Sie schreibt über ihre Erfahrung, mit einem Pädophilen verheiratet zu sein. Heute erkennt sie alle “roten Fahnen”, die vielen Dinge, die in Frage gestellt und reflektiert werden sollten, bevor sie überhaupt heirateten. Wie er sie als Ehefrau gewählt hatte, gerade weil sie damals ein freundliches Mädchen mit einem grossen Herzen war, das gelernt hatte, sich jeder Autorität zu unterwerfen und andere nicht in Frage zu stellen. Weil sie sein oft seltsames oder gar inakzeptables Verhalten einfach hinnahm und nie für sich selbst aufstand.

Auch die Webseite ihres Sohnes, Jimmy Hinton, ist sehr interessant. Jimmy ist auch Pastor, und als 2011 sein Vater verhaftet wurde, musste er seine Gemeinde durch die Realität führen, dass sein Vater auch viele der Kinder in dieser Gemeinde missbraucht hatte.

Seine Lebensgeschichte, seine Erfahrungen zu diesem Thema, die Intensität, mit der er sich als Sohn eines Pädophilen und Pastor einer betroffenen Gemeinde auseinander setzen musste, geben seiner Information und seinen Einsichten einen grossen Wert.

In seinem Blog finden Sie viele Artikel zum Thema “Missbrauch und Kirche” und in den Videos können Sie die Informationen sehen, die er während eines Seminares weiter gab. Diese Lehre gilt auch für alle, die in öffentlichen Einrichtungen arbeiten (nicht nur in Kirchen und Christlichen Organisationen).

Im Falle das Sie kein Englisch lesen können, habe ich Ihnen zwei Links herausgesucht, die auch gewisse Informationen wiedergeben, die auf den Blogs zu finden sind:

In diesem Artikel von sicher-stark-Team

In diesem Artikel von Wikihow:

 Ich werde nun abschliessend in ein paar Punkten weitergeben, wie wir unsere Kinder besser schützen können:

Elterliches Verhalten, das unser Kind einem grösseren Risiko aussetzt, sexuell missbraucht zu werden:

  • Elternschaft, die keine Bindung zum Kind hat
    .
  • Der Glaube, dass wir den Willen unseres Kindes brechen müssen. Das es wichtig für das Kind sei, zu lernen, sich jeglicher Autorität zu unterwerfen
    .
  • Wenn Eltern glauben, dass ihr Kind rebellisch ist, ein Lügner und ein „Taugenichts“, so wird diese Sicht über dem Kind verhindern, dass es aus einer Missbrauchssituation herauskommt. Auch wird dies das Kind davon abhalten ihnen irgend etwas zu erzählen.
    .
  • Wenn das Kind eine gähnende Lehre in seinem Leben empfindet, weil seine Eltern abwesend sind, oder keine Zeit für das Kind haben, wird das Kind viel anfälliger sein, sich auf das Umgarnen eines Täters einzulassen.

Dinge, die wir tun können, um das Risiko zu verringern, dass unser Kind sexuell missbraucht wird:

  • Lassen Sie uns die Wichtigkeit dieser Bindung mit unseren Kindern ernst nehmen. In diesem Artikel schreibe ich über Sechs Arten wie Sie die Beziehung zu ihren Liebsten pflegen können
  • Sprechen Sie mit ihrem Kind über das Thema.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, worauf es achten soll
  • Lehren sie ihrem Kind, „nein“ zu sagen und persönliche Grenzen zu setzen.
  • Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass es nicht jedem Erwachsenen vertrauen darf
    .
  • Bilden Sie sich selbst in diesem Thema weiter.  Wenn wir wissen, wie wir aufpassen müssen, um unsere Kinder zu schützen, werden wir mutiger sein, klare Grenzen zu haben. Wir werden “nein” zu dieser Person sagen, die immer die Windeln unseres Babys wechseln möchte und wir dabei ein komisches Baugefühl haben. Wir werden uns dabei auch nicht schlecht fühlen. Wir werden klar und deutlich darüber sein, welche Freiheiten wir unseren Kindern erlauben werden und wohin wir unsere Kinder begleiten wollen (Arzttermine, etc.)……….
    .
  • Akzeptieren Sie die RealitätJimmy Hinton sagt: “Wenn wir die Realität nicht akzeptieren, dass einige der vertrauenswürdigsten, respektiertesten, produktivsten Menschen in unseren Kirchen selbst Täter sind, helfen wir ihnen, ihre Opfer zu vermehren. Ich spreche aus Erfahrung. Ich habe nie in einer Million Jahren davon geträumt, dass mein eigener Vater, selbst ein Pastor, in der Lage sein würde, Kinder zu missbrauchen. Es ist mir nie in den Sinn gekommen. Er war einer meiner besten Freunde. Vielleicht wollte ich es nicht glauben. Aber schlimmer, seine Verbrechen sind Verbrechen, die unglaublich leicht zu verbergen sind…”.

Liebe Eltern, ich habe mich nicht mit diesem Thema beschäftigt und schreibe diesen Artikel nicht, um Sie zu erschrecken. Es ist nicht mein Ziel, dass wir in jedem Menschen einen Täter sehen. Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil ich glaube, dass wir kühn und stark werden können, wenn wir den Mut haben, uns zu diesem Thema weiter zu bilden. Kühn und stark in unseren Wegen, dieser Elternteil zu sein, der dieses Verständnis, diese Weisheit und diese Klarheit hat, um Entscheidungen zu treffen und unsere Kinder zu lehren. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf diese Weise auf dem Weg sind, unsere Kinder besser zu schützen.

pedophile

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