Was die zweijährige Phase eines Kindes nicht ist – und vier Punkte um was es dabei wirklich geht.

von | Jul 17, 2017 | Erziehung

Als Eltern haben wir die einzigartige Möglichkeit, unsere Kinder durch die einzelnen Entwicklungsstufen zu begleiten. Es gibt Phasen, die für uns mehr herausfordernd sind als andere. Dies hat sicher mit unserem eigenen Hintergrund zu tun – und mit der Informationen, die wir über die Motivation des Kindes für sein Verhalten haben.
Dies gilt insbesondere für die Entwicklung rund um das Alter von zwei Jahren. Dies kann eine sehr herausfordernde und verwirrende Zeit sein – für Eltern und Kind.

Phase

Mit meinem vierten Kind habe ich das Privileg die gesamten Auswirkungen dessen zu erleben, was dieses Alter bedeuten kann. Bei meinen drei anderen Kinder war diese Phase weniger ausgeprägt.
Jetzt erlebe ich doch noch diese Wutanfälle, die Wut, Rebellion und der Widerstand, die für diese Phase normal sind.
Deshalb habe ich mich nochmals ins Thema vertieft, um zu verstehen, was in diesem Alter entwicklungs- pädagogisch passiert, um was es hier wirklich geht – und zuerst gerade mal um was es NICHT geht:

Es geht nicht um Sie

All die Wut, Rebellion, Opposition und die Trotzanfälle sind nicht ein Zeichen, dass sie als Eltern etwas falsch machen. Aber wenn wir uns nicht bewusst sind, was die wichtigen Themen zu dieser Entwicklungs-Stufe sind, können wir mit einem falschen Verständnis dem Kind sehr unrecht tun und uns ihm gegenüber total falsch verhalten.

 Es geht um die symbiose

Symbiose nennt man die Bindung zwischen der Mutter und dem Kind, die schon seit dem Mutterleib existiert. Die Haltung des Babys in dieser Symbiose ist: „Ich bin meine Mama, meine Mama ist mich. Es ist durch meine Mama, dass ich existiere, denke und fühle“.
Der Prozess eines zweijährigen besteht darin, dass das Kleinkind anfängt, selbst zu denken, selbst zu fühlen. Es beginnt die Symbiose zu lösen. Es ist eine beängstigende Zeit für das Kleinkind. Diese Symbiose in Frage zu stellen bedeutet in dieser Unsicherheit zu leben: Was passiert, wenn ich das tu? Bis jetzt war die Symbiose gleichgestellt mit Überleben. Die Realität des Kleinkindes war: „Mama kümmert sich um mich. Ohne sie würde ich sterben.“ Und nun ist das Kind an dieser wichtigen Entwicklungsstufe angelangt, in der es diese Symbiose in Frage stellt.

 Es geht darum zu lernen, selbst zu denken

„Mama, ich kann selber denken. Mama, ich bin jetzt schon groß und nicht mehr in allem von dir abhängig “. Eltern die dies nicht wissen fühlen sich oft durch seine versuche in seinem Denken und Handeln eigenständiger zu werden in ihrer Autorität bedroht. Dadurch laufen sie in die Gefahr zu bremsen oder gar zu verhindern, was in dieser Entwicklungsstufe geschehen sollte: Das Kind muss lernen selbst zu denken, selber kleine Probleme zu lösen und langsam eine eigenständige Persönlichkeit werden.

Es geht darum zu lernen, wie man mit Zorn und Wut umgeht

Wie wird es das lernen? Durch das Beobachten, wie wir damit umgehen. Wenn wir jedes Mal, wenn das Kind ein Verhalten von Opposition und Rebellion an den Tag bringt mit Zorn und strafen darauf reagieren, lernen wir ihm das auf eine sehr negative Art und Weise.

Am besten ist es, wenn wir es schaffen, auf seine negativen Verhaltungsweisen mit einer Entspannten und unerschütterlichen Liebe zu begegnen, egal wie die Situation gerade aussieht.

 Es geht darum zu lernen, wie man sich in unserer Gesellschaft verhält

Das Kleinkind muss jetzt lernen, was die gesellschaftlichen Forderungen sind, wie man sich Gesellschaftlich angemessen verhält. Dies ist die Zeit, ihm ein bestimmtes Verhalten zu lernen, und ihn zu bestimmten Dingen aufzufordern (wie zum Beispiel seine Spielsachen aufräumen) und es durchzuziehen, auch wenn das Kind es nicht will.

Es braucht klare aber sanfte Grenzen, aber auch unsere Zärtlichkeit und Sanftmut, wenn es mit seinen eigenen Gefühlen überwältigt ist. Das Kind braucht uns auch, damit wir es beschützen. (Damit es nicht auf die Straße rennt oder Waschmittel schluckt etc.).
Er braucht unsere Hilfe. Unsere Ruhe. Unsere Weisheit. Unsere Lebenserfahrung. Unsere unerschütterliche Liebe. Unser Beispiel, wie wir mit dem Leben umgehen.
Er muss in der Lage sein, uns in die Augen zu schauen und dort drin lesen zu können: Du bist geliebt. Du kannst daran nichts ändern, egal welches Verhalten, welche Emotionen du an den Tag legst!

Sind Sie bereit, die Herausforderung anzunehmen, ihr Kleinkind so zu lieben?

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