Es macht keinen großen Unterschied, ob Segen oder Bestrafung – warum das so ist und was besser funktioniert.

von | Mai 29, 2017 | Erziehung | 0 Kommentare

Samuel Martin erwähnt in seinem Buch „Thy Rod and Thy Staff, they comfort me“ den folgenden Satz von Dr. Randall Heskett von der theologischen Schule in Toronto: „Strafe darf niemals mit Disziplin gleichgesetzt werden. Wahre Disziplin lehrt Kinder, wie sie ein Leben leben können, dass reich und erfüllt ist. Training und Anleitung sollte unser Ziel sein, nicht Strafe.“

 

Bestrafung

Als ich den zweiten Anhang von Samuel Martins Buch las, mit dem Titel: „Punishment: Does it work? A Biblical Examination“ (Strafen: funktioniert das? Eine Biblische Untersuchung), gingen mir ein paar Gedanken durch den Kopf, die ich mit euch teilen will.
Ich habe für diesen Artikel die zwei wichtigsten Punkte des Kapitels heraus genommen.
Die Schlussfolgerung des Autors lautet:

„Nicht nur Strafe wird nicht das erwünschte, gerechte Verhalten hervorbringen, sondern auch Segnungen und erlebte Wunder bringen nicht das erwünschte Verhalten hervor.“

Denken Sie über ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder nach: ergibt dies für Sie einen Sinn?
Für mich schon, wenn ich an meines und das meiner Kinder denke!

Samuel Martin erklärt uns anhand von Menschen in der Bibel, wie er zu dieser Schlussfolgerung gekommen ist.Von den vielen Beispielen, die im Buch zitiert werden, habe ich zwei herausgepickt:

  • Das Volk Israel, als es aus Ägypten ausgezogen war.Das Volk Israel erlebte Gott auf wunderbare Weise. Während dieser ganzen Zeit der zehn Plagen, welche die Ägypter trafen, über die wunderbare Art und Weise wie Gott sie schlussendlich aus Ägypten herausführte. Wie Er für sie das Meer teilte, damit sie trocken hindurch konnten und das ganze Heer des Pharaos im Wasser umkam (2. Mose Kp.2-14). Das Volk Israel erlebte sogar die Stimme Gottes am Berg Sinai … Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und sprach: Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun. (2. Mose 24.3)Klingt doch so, als ob Sie wirklich eine Lehre aus diesen Plagen und Gottes Gericht über den Ägyptern gezogen hatten, und sich das zu Herzen nahmen? Hatten sie das? Nicht wirklich, denn das Volk Israel hatte bereits im ersten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten in zehn verschiedene Situationen gegen Gott rebelliert! (3. Mose14:22)
  • König Salomo, einer der gesegnetsten Menschen aus der Biblischen Zeit.Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt. 1 Könige 5:9, auch gab Gott Salomo Frieden, unvorstellbaren Reichtum, reichlich Nahrung, Ansehen, ein langes Leben und wundersame Bestätigungen der Gegenwart Gottes in seinem Leben.

    Wie hat Salomo auf diesen reichen Segen reagiert? Man könnte annehmen, dass er der gerechteste, gottesfürchtigste und heiligste aller Männer war, die je gelebt haben.
    Dies war aber nicht der Fall.
    Salomo, obwohl er all die Segnungen, Reichtum, Glück, Reichtum, Frieden und Weisheit erlebte tat, was dem Herrn nicht gefiel. (1. König 11, 6)

Bestrafung
Bestrafung

Der Autor nennt noch einige andere Beispiele aus dem alten und dem neuen Testament. Menschen, die Gottes Segen erfahren hatten. Andere, die bestraft wurden, oder miterlebt haben, wie andere das Gericht Gottes erlebt haben. Was man aber in all den verschiedenen Beispielen klar sehen konnte: Es machte keinen Unterschied, ob Segnungen oder Strafe, die Menschen haben immer wieder gleich reagiert.

Samuel Martin schreibt:

Was wir hier sehen, ist ein Muster. Das Muster spielt sich wie folgt ab: Gott sagt dem Menschen, etwas nicht zu tun. Der Mensch ist nicht gehorsam und sündigt. Gott vergibt dem Menschen und die Einheit mit Gott ist wieder hergestellt. Wie wir mit dem König Salomo gesehen haben, ist es nicht nur so, dass Strafe nicht den erwünschten Charakter und das erwünschte gerechte Verhalten hervorbringt. Im gleichen Masse funktioniert dies auch nicht mit Segnungen.

Inwiefern mir das ganze einen Sinn ergibt?

Ich habe darüber nachgedacht, welche Werte wir in unsere Kinder implementieren wollen: Kein Lügen und Stehlen, andere Menschen ehren und respektieren, teilen, um Vergebung bitten zu können, usw.
Ich kann diese Werte meinen Kindern klar machen und von ihnen verlangen, dass sie diese tun. Ich kann sie bestrafen, wenn sie diese nicht tun, beziehungsweise mir nicht gehorchen. Ich weiss nicht, wie das mit ihren Kindern ist. Meine kenne ich genug, um zu wissen, dass sie lernen würden, was ich will und was nicht. Je nach Temperament des Kindes würden sie dann versuchen, mir zu gehorchen oder aber dagegen zu rebellieren, und ihre Strafe dafür erhalten.
Eine andere Methode wäre, sie zu belohnen, wenn sie gehorchen. (öfters in den Urlaub gehen, einen Zoobesuch, mehr Schweizer Schokolade oder Geschenke). … Für eine Weile würden sie es richtig machen, doch einfach nur, um die Belohnung zu erhalten und nicht, weil es ein Teil von ihnen geworden wäre.

Wir haben jetzt immer noch die Frage offen: was soll ich tun, damit mein Kind meine Werte lebt oder wenn es etwas tut, was es nicht tun sollte?

Bestrafung
  • Samuel Martin nimmt Johannes den Täufer als ein Beispiel zum Nachahmen (Lukas 7,28):Er lebte, was er lehrte. Menschen vertrauten ihm. Er hatte keine andere Agenda als die des Herrn. Seine Lehre war äußerst effektiv. Man konnte ihn und seine Lebensweise beobachten und sehen, dass er alles vorlebte, was er da predigte. Er hatte eine Autorität, die die Menschen respektierten.

Dies ist das gleiche Beispiel, das wir unseren Kindern geben können. Wenn ich nicht will, dass sie Lügen, so lüge ich auch nicht. Wenn ich möchte, dass sie Vertrauen in Gott haben, so vertraue ich in Ihn und stelle sicher, dass sie es miterleben.

Ich fand, dass diese Art und Weise der „Disziplin“ die wirkungsvollste Weise ist, um meine Werte in ihrem Leben umzusetzen.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich mit meinen vier Kindern in einem Café sass. Kurz vor dem Gehen wollte ich meinem 2-jährigen Sohn die befleckten Hosen wechseln. Die Kellnerin kam und herrschte mich an, ich solle das gefälligst draußen machen, und nicht im Café. So verließen wir das Café, ich war beschämt, frustriert und verärgert, aber sagte nicht groß etwas. Mein Ältester fragte mich: „Sie ist wirklich dumm, oder?“ Ich sagte ihm und den anderen Kinder: „Nein, ist sie nicht. Sie arbeitet hier, deshalb hat sie die Autorität, mir dies zu sagen. Ja ich bin wirklich frustriert, weil sie in diesem Ton zu mir geredet hat. Das fühlte sich nicht gut an. Aber wisst ihr, vielleicht hatte sie selber einen schlechten Tag.“ Als wir mit dem Auto nach Hause fuhren, sprachen wir weiter darüber, wie

Bestrafung

Kinder im Kindergarten manchmal aggressiv oder verletzend reagieren können. Wie sie deshalb aber nicht einfach dumm sind und wie wir nie Menschen nach ihrem Verhalten definieren sollen. Dass jeder einzelne Mensch von Gott geliebt, einzigartig und unendlich wertvoll ist. Ich wusste, dass ich ihnen an diesem Tag etwas mir sehr wichtiges lehren konnte, gerade durch diese erlebte Situation: über den Respekt an Menschen und wie wir sie ehren können, unabhängig von ihrem Verhalten uns gegenüber und unabhängig davon, wie wir uns fühlen.

Seit diesem Tag bete ich für mehr Situationen solcher Art. Immer, wenn sich mir eine präsentiert, so benutze ich sie für eine solche Lektion und jedes Mal wird es zum Erfolgserlebnis für uns alle.

Meiner Meinung nach ist das die effektivste Methode, um das Leben meiner Kinder zu beeinflussen und zu prägen.

Pin It on Pinterest

Share This

Share this post with your friends!