Verschiedene Formen – eine wichtige Grundlage zum Thema Familie und Erziehung

von | Aug 28, 2017 | Erziehung, Persönliches wachstum

Wenn man bedenkt, dass die Familie das Fundament unserer Gesellschaft ist, so ist es bedenklich zu sehen, wie wenig wir gelehrt werden, wie man eine gesunde Familie gründen kann. Es gibt mehr verfügbares Material dazu, wie man erfolgreich eine Firma oder ein Projekt aufbauen kann.
Und wenn es Ihnen so geht wie mir, dann gibt es nicht viele Bereiche im Gebiet „gesunde Familie“ aufbauen, bei denen sie auf ihre Kindheit zurückgreifen können, Dinge, die sie einfach genauso machen können wie ihre Eltern, mit der Gewissheit, dass es gut rauskommen wird.

Formen

In diesem Artikel möchte ich eine wichtige Grundlage des Umgangs mit Kindern und Partner aufzeigen, etwas, was mir, als ich ein junger Erwachsener war, eine große Offenbarung war. Es ist ein Gebiet, in dem ich immer noch am lernen bin, was dies genau in spezifischen Situationen bedeutet.

Es geht um verschiedene Formen.

Im Jahr 2003, bei meinem wöchentlichen Termin mit meiner Supervisorin, redeten wir über Beziehungen. Oder besser gesagt, sie erklärte mir etwas, wobei ich mich sehr anstrengte, zu verstehen, was sie genau meinte. Es war in Französisch. Eigentlich verstehe ich ja diese Sprache recht gut – aber es klang für mich eher wie Arabisch, oder sonst eine Sprache, von der ich keine Ahnung habe.
Ich verstand die Sprache. Aber der Inhalt der Worte ergab keinen Sinn für mich.
Ist das ihnen auch schon so ergangen?
Es war wie ein Hören ihrer Worte, das Verstehen der einzelnen Worte, aber in mir war kein Boden, um die Bedeutung dieser Worte zu erfassen.

Sie nahm dann ein Blatt Papier und zeichnete folgendes Bild:

Formen

Sie erklärte mir, das jede Person eine eigene, individuelle Form ist. Es gibt Kreise, Dreiecke, Quadrate, Rechtecke, etc. Wenn alles gut läuft, so interagieren diese verschiedenen Formen, aber sie behalten ihre eigene Form, und sie überdecken sich nicht vollständig.
Jeder ist anders und das ist gut so. Jeder Mensch hat eine individuelle Persönlichkeit. Sei es in einer Familie, auf der Arbeit, in der Schule oder mit Freunden. Das ist die gesunde und konstruktive Art und Weise, Beziehungen zu leben.

1. Da wurde mir schlagartig etwas bewusst. Auf einmal hatte ich es sehr deutlich vor mir: In meiner Familie war „einzigartig sein“ nicht erlaubt. Meine Eltern fühlten sich schnell mal in ihrer Autorität bedroht. Ich realisierte, dass mein Vater ein Kreis war. Ich war auch ein Kreis – aber ich durfte mich nur in seinem Kreis bewegen. Für mich war es ein „Unterordnen“ zu seinen Gedanken, Gefühlen und seinem Verhalten. Der Teil meines Kreises, der „anders“ war als seiner, wurde als „rebellisch“, „ungehorsam“ und „unmöglich zu lieben“ abgetan.

  1. Als ich mit 16 Jahren mein Zuhause verliess, verliess ich auch den „Kreis meines Vaters“ -allerdings mit dem Gefühl total verloren zu sein, keine Ahnung zu haben, wer ich wirklich bin und was der andere Teil, der mich „komplett“ machen würde, eigentlich war.
    Von diesem Moment an suchte ich verzweifelt nach einem Mann, in dem ich mein nicht wirklich komplettes „Sein“ verstecken konnte. Ich war bereit, dafür viele Opfer zu machen, nur um mich in „Sicherheit“, „verborgen“ und „geliebt“ zu fühlen.Als ich begann, diese zu verstehen, war ich 24 Jahre alt.Und um ehrlich zu sein, machte es mir schreckliche Angst, zu entdecken, was der andere „Teil“ meines Kreises beinhaltete. Dieser Teil, der in meiner Kindheit als „rebellisch“, „ungehorsam“ und „unmöglich zu lieben“ abgetan wurde.

    Wenn ich heute zurückblicke, Ich habe gemischte Gefühle zu diesem Thema.

4. Auf der einen Seite bin ich so dankbar. Denn heute bin ich so viel weiter auf meinem Weg, zu sein, wer ich wirklich bin, zu einem ganzen Kreis heranzuwachsen. Der ausgeblendete Teil ist nicht mehr versteckt und ich genieße diese extrovertierte, abenteuerlustige, kreative und herausfordernde Person, die ich heute bin – und in der Lage, meine innere Welt in Worte zu fassen.

5. Dazu lebe ich mit dem kostbaren Geschenk, mit einem Mann verheiratet zu sein, der es nicht zulässt, dass ich mich in ihm verstecke – einer, der mich herausfordert, mich zu sein und zu entdecken, wer ich noch sein kann. Einer, der mich liebt, für die ganze Palette meiner Persönlichkeit. Ich bin so dankbar für die wundervolle Familie, die ich mit ihm habe.

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Auf der anderen Seite weiss ich heute, dass es viele Dinge gibt, die ich verpasst habe und eine Menge Dinge, die ich verloren habe. Nicht zu wissen, was dieser andere Teil von mir war, und die Angst, ihn zu entdecken, haben mich um viele Abenteuer, spannende Erfahrungen, kostbare Beziehungen und Möglichkeiten gebracht. Mit meinem Wunsch, mich nur in jemandem zu verstecken und dafür bereit zu sein, einen Teil von mir selbst aufzugeben, haben mich in meiner „Freiheit“ als junge Erwachsene sehr limitiert. Ich habe dadurch Dinge, die ich eigentlich liebend gern getan hätte, verpasst. Auch war meine Beziehung zu Gott durch diese Realität öfter mal durcheinander und es war schwierig, (auch wenn ich mich danach ausstreckte) ihn wirklich zu hören.

Mit dieser Realität meines Werdegangs bin ich heute sehr bestrebt, zu entdecken, wie ich die Leute um mich herum ermutigen und fördern kann, zu dem zu werden, was sie wirklich sind. Dies gilt für alle Beziehungen. Aber der größte Einfluss auf Leben haben wir in der eigenen Familie, in der Beziehung und im Umgang zwischen Mann und Frau und im Umgang mit den Kindern.
Wir wollen entdecken, wie wir sie in dem fördern können, was sie wirklich sind. Ihnen Platz geben zu können, zu existieren und dies in ihrer ganzen Einzigartigkeit. Der Platz zu sein, wo sie mitteilen können, was ihnen wirklich wichtig ist, und was in ihnen vorgeht, wie sie das Leben um sich herum wahrnehmen.
Damit sind wir wieder bei der Überschrift des Artikel angelangt:

Verschiedene Formen – eine wichtige Grundlage zum Thema Familie und Erziehung

Im nächsten Artikel werde ich darauf eingehen, was dies für uns bedeutet und wie wir dies im täglichen Leben umsetzen. In diesem Artikel geht es mir vor allem um folgendes:

Von welcher Kultur sie auch immer sind und wie ihre Lebenssituation auch immer ist. Diese Grundlagen gelten für uns alle:

 

Ihr Partner und Ihre Kinder sind Individuen. Sie sind einzigartig, genauso wie auch Sie einzigartig sind.
Es ist nicht Ihr Job, sie zu ändern. Ihre Kinder sind auch keine Erweiterung ihrer selbst.
Jeder einzelne in ihrer Familie hat seine einzigartige Form und diese Formen sind dazu gedacht, in ihrer Einzigartigkeit zu interagieren uns sich nicht ineinander zu verbergen.

Sogar kleine Babys haben bereits ihre spezifischen und einzigartigen Persönlichkeiten.

 

Ihre Aufgabe ist es, zu entdecken, wer Sie sind. Zu entdecken, wozu sie bestimmt sind und ihnen zu helfen, das zu werden. Zu entdecken, bei was sie sich „lebendig“ fühlen und sie darin zu unterstützen.

Meiner Ansicht nach ist dies das wichtigste, was sie für ihre Kinder tun können, damit sie im Leben Erfolg haben. Freude, Frieden und Zuversicht daran haben zu können, wer sie sind, im Umgang +mit den Mitmenschen und in ihrer Beziehung zu Gott.

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