Familien Regel die ein Kind Segnen gegenüber Familien Regeln die ein Kind beschämen

von | Jul 3, 2017 | Familienleben, Persönliches wachstum | 0 Kommentare

Eine Familie zu sein ist etwas Wunderbares. Alles was es dazu braucht, sind Eltern und mindestens ein Kind. So einfach ist das. Ist es wirklich so einfach?

Von wo Sie auch immer diesen Blog lesen, Sie haben eine einzigartige Geschichte, was ihre Familie angeht. Sie haben Ihren ganz persönlichen Hintergrund und spezifische Erlebnisse.
Vielleicht sind ihre Erfahrungen rund um Familie schön und voll von glücklichen Erinnerungen und Erlebnissen. Vielleicht sind ihre Erfahrungen gefüllt von Schmerz, traumatischen Erlebnissen und schwierigen Momenten. Vielleicht haben Sie etwas dazwischen erlebt.

Regel

Tatsache ist, dass Familie das Leben eines Kindes segnen und dem Kind eine starke, liebevolle und sichere Grundlage fürs Leben geben kann. Familie kann aber auch ein Kind beschämen und eine Grundlage fürs Leben hinterlassen, welche dem Kind den Start ins Leben erschwert, ja manchmal gar unmöglich erscheinen lässt.
Vor einigen Jahren besuchte ich einen Kurs zum Thema Familie. In einer dieser Lektionen wurde darüber gesprochen, dass es Dinge gibt, die eine Familie „gesund und stark“ werden lassen, und Dinge, die eine Familie schwächen und „ungesund“ sind. Es sind Verhaltensweisen und Grundlagen, die über religiöse, soziale und kulturelle Unterschiede hinweg gleich bleiben.
Mir hat diese Klasse geholfen, zu verstehen, wo meine leibliche Familie ihre Schwächen hatte. Denn es fiel mir immer schwer zu verstehen, was von meiner erlebten Realität in meiner Familie wirklich nicht gut war, und welche Dinge mir ein falsches Bild von einer „gesunden Familie“ und einem „auferbauenden Umgang“ geben würden. Der Vorsatz „ich werde es besser machen“ ist das Eine, aber zu wissen, was genau und wie dies besser zu machen, ist noch einmal etwas ganz anderes.

Wussten Sie, dass ihre Eltern mit ihrem eigenen Leben und im Umgang mit Ihnen einen verbleibenden Eindruck auf ihre Seele hinterlassen haben? Es ist wichtig zu verstehen, dass jedes Elternteil – diejenigen, die wir hatten und die, die wir jetzt selber sind oder in Zukunft sein werden „Gott auf Erden“ im Leben eines Kindes sind. Eltern können stark beeinflussen, wie sich das Kind sieht, seine Umwelt wahrnimmt und was es genau in sein Leben mitnimmt.
Das ist der Grund, warum die folgende Liste mir dabei geholfen hat, die Muster aus meiner eigenen Familie zu identifizieren.
Es gibt „Familien-Regeln“, die ein Kind segnen und ihm eine starke Grundlage ins Leben geben. Doch es gibt auch „Familien-Regeln“, die ihr Kind beschämen und ihm ein negatives Bild von sich selbst, von Gott und der Umwelt geben.

Familien Regel die ein Kind Segnen gegenüber Familien Regeln die ein Kind beschämen

 

Einen liebevollen Umgang – indem wir das Kind in seiner Identität stärken.
„Du bist fähig“, „du bist so liebenswert“, „Ich liebe dich“, „Schön, dass du in dieser Familie bist“.

Menschenorientiert – wir alle brauchen eine Umgebung, in der unsere Bedürfnisse erfüllt werden, und dies einfach für wer wir sind und nicht für was wir tun. Da existiert eine Sicherheit, dass man genau gleich geliebt wird, egal ob man mal einen Fehler macht.

Klare Regeln und Erwartungen – da gibt es eine Klarheit darüber, welche Regeln vorhanden sind und eine Offenheit, über diese zu sprechen und sie gegebenenfalls zu ändern.

Klare Kommunikation – Kinder sind fähige Beobachter, aber schlecht im Interpretieren. (Alfred Adler) – Nehmen wir als Beispiel ein Kind, das beobachtet, wie Sie gerade bedrückt sind. Die Beobachtung stimmt. Aber seine Interpretation wird meistens darauf hinausgehen, dass es sich selber als Grund sieht. Deshalb hilft es dem Kind, wenn wir mit ihm kommunizieren: „Mami ist gerade bedrückt wegen Dingen, die nicht wie geplant verlaufen sind. Es geht nicht um dich. Ich liebe dich.“

Gottes Wahrheit ist der Massstab – Andere können denken und sagen was sie wollen (und das werden sie auch tun), aber sie werden nicht über unseren Wert entscheiden.

Kinder werden genossen – Die Erwartungen sind dem Alter des Kindes angepasst.

Verantwortung übernehmen – Kinder lernen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Gefühle sind gültig und nützlich – Alle Gefühle sind in Ordnung.
Es besteht Freiheit, die Gefühle zu zeigen und auszudrücken. Eltern helfen dem Kind, die Gefühle des täglichen Lebens zu bewältigen.

Intimität ist normal – Die Familienmitglieder kennen sich gut. Akzeptanz und Liebe werden täglich ausgelebt. Transparenz und Verwundbarkeit sind Teil des normalen Familienlebens.

Einen abwertenden Umgang – indem wir das Kind beschämen.
„Etwas stimmt nicht mit dir“, „du bist ein Unfall, wir wollten dich gar nicht“, „du bist eine Last“, „du bist ein Versager“

Leistungsorientiert – um Liebe und Anerkennung zu bekommen, muss man etwas leisten.

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Unausgesprochene Regeln – man entdeckt die Regeln erst, wenn man das Pech hatte, diese zu brechen.

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Kommunikation durch Kodierung – Diese Art von Kommunikation ist möglich, aber verletzend und schädlich. Mimik, Augen rollen, tiefe Seufzer, Tonfall, Stille, oder abrupt das Thema ändern gehören dazu. Wenn Papa die Augen rollt, aber nichts dazu sagt, wenn ein Kind eine Aussage oder Handlung macht, und der Papa nur die Augen rollt und das Kind abwertend anschaut, so ist es dem Kind klar, dass es den Papa verärgert hat, auch wenn er kein Wort gesagt hat.

Das Umfeld entscheidet – Diesen Kindern wird beigebracht, dass ihr Wert von dem abhängig ist, was das Umfeld sagt, in dem sie gerade Leben. Dingen und Menschen werden erlaubt, den Wert und die Identität der Kinder zu definieren.

Kinder sind eine Last – Kinder lernen schnell, sich wie Erwachsene zu verhalten, um das beschämt werden zu vermeiden.

Problemlösung durch Schuldabschiebung – Erwachsene beschämen das Kind, um unerwünschtes Verhalten zu stoppen. Sie lernen dadurch, sich immer besser zu verteidigen, anstatt zu lernen, wie man ein Problem löst.

Gefühle sind egoistisch und schädlich – Diese Kinder sind oft nicht in der Lage, ihre Gefühle zu identifizieren. Oft können sie nicht erklären, was ihn ihnen vorgeht, und somit fällt es ihnen umso schwerer, eine belastende Situation zu lösen.

Intimität ist beängstigend – Die unausgesprochene Botschaft lautet: Vertraue niemandem, trage eine Maske. Beziehungen in der Familie sind unzuverlässig, so dass Intimität zu meiden ist – und das Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit ist sehr real.

Wie gesagt, diese Liste hat mir geholfen, zu erkennen, inwiefern mich meine Familie negativ geprägt hat – und wie ich es besser machen kann!
Natürlich ist Kinder großzuziehen nicht einfach eine Frage des „richtig machen“ …

Trotzdem gab mir diese Liste eine klarere Sicht, in welcher Richtung ich zu wachsen und zu reifen hatte.

  • Ich und fähig sein, offen zu kommunizieren? Gar nicht. Ich zog mich zurück und nahm einen leeren Gesichtsausdruck an.
  • Ich und wissen, dass meine Gefühle gültig und nützlich sind? Gar nicht. Ich war unfähig, zornig zu werden oder zu sagen, wenn ich nicht einverstanden war. Ich weinte einfach und war dabei nicht mal fähig, zu erklären was genau der Grund war.

Heute genieße ich es, von Zeit zu Zeit wütend auf meinen Mann sein zu können, oder ihm klar und deutlich zu sagen, wo ich nicht einverstanden bin und was meine Sicht ist. Mein Mann begegnet mir dann jeweils mit einem offenen Ohr und einem lächeln, bei dem ich weiß, das er es schätzt, klar zu hören was ich denke und fühle.

So konnte ich in meinem Leben Verhaltensweisen und Gewohnheiten ablegen, die Beziehungen allgemein – und in einem noch viel größeren Ausmaß den Beziehungen mit dem Ehepartner und den Kindern schaden.
Ich wusste nun, wo ich zu beginnen hatte, und obwohl es noch einen langen Prozess der Heilung und des Lernens gab, war es der erste, wichtige Schritt, zu erkennen und zu verstehen. Und das ist das Ziel dieses Artikels. Können sie schädliche Prägungen in Ihrem Leben mit der Hilfe der obigen Liste identifizieren? Viel Erfolg!

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