Sind Sie eine emotionale Person? Hier finden Sie 5 Punkte, wie Sie mit den vielen Gefühlen umgehen können – und wie Sie infolge dessen auch Ihren Kindern helfen können, mit Ihren Emotionen umzugehen.

von | Aug 7, 2017 | Persönliches wachstum

Emotionen sind ein guter und wichtiger Teil unseres Lebens. Es gibt Leute, die ein sehr emotionales Leben führen… andere sind 
weniger gefühlsbetont.
Wie wir mit diesen Emotionen umgehen ist sehr unterschiedlich. Dies variiert von Kultur über Erziehung zu Persönlichkeit.

Emotionen

Während meiner Zeit in Südamerika liebte ich es, zu sehen, wie das “sangre latina” (Latino-Blut) zum Vorschein kam. Dieses äussert sich nicht nur durch das Ausdrücken von Emotionen, sondern auch durch die Fähigkeit, den Körper zum Rhythmus von Musik zu bewegen.

In Schweden hingegen, wo ich auch für kurze Zeit wohnte, lerne ich eher einen gedämpfteren Umgang in der Kommunikation und in zwischenmenschlichen Interaktionen kennen.
Natürlich gibt es in allen Kulturen die ganze Bandbreite von Emotionen. Und doch existieren sehr reale Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen.
In Sachen Emotionen habe ich meine ganz eigene Geschichte und ich werde hier weitergeben, was ich dabei gelernt habe.

In meiner Familie waren starke Emotionen nicht erwünscht. Sie wurden als etwas Negatives und Störendes angesehen. Sie verursachten Lärm, waren ermüdend mitzuerleben, und es war unhöflich sich emotional auszudrücken. „Gut erzogene Mädchen drücken sich geziemt aus” – Emotionen könnten andere stören. Nicht nur Zorn, Enttäuschung oder Groll waren unerwünscht, sondern auch Freude und Übermut, die zu stark ausgedrückt waren. Infolge dessen zeigten Persönlichkeits-Tests, die ich als junge Erwachsene machte immer an, dass ich “introvertiert”, “phlegmatisch” und “melancholisch” bin –  also all jene Eigenschaften, die eher ruhige Personen beschreiben, welche nicht zu viele Emotionen zeigen.
Heute merke ich, dass ich sehr emotional bin. Ich gehöre zu den Menschen, die ihr Leben als emotionale Reise erleben. Ich liebe es auch, mein Mädchen dabei zu beobachten, wie sie täglich die ganze Reihe von Emotionen durchlebt. Dies im Vergleich zu meinem Mann und meinem ältesten Sohn, welche beide mit viel weniger Emotionen durchs leben gehen, und stattdessen ihr logisches Denken einsetzen.
Heute weiß ich auch, dass Emotionen etwas sehr kostbares sind und dass es in diesem Sinne keine “schlechte” Emotionen gibt. Sogar Hass und Zorn sind nicht einfach “schlecht” – es kommt nur sehr darauf an, wie wir mit ihnen umgehen!

Sehen Sie im Folgenden, was ich mit meinen vielen Emotionen mache und wie ich meinem Mädchen lerne, mit ihnen umzugehen:

1. Ich habe gelernt, mir bewusst zu werden, was ich gerade fühle.

Eines Tages lernte ich ein hübsches Mädchen aus Asien kennen. Sie war sehr nett und liebenswert. Doch statt eine Symphatie für sie zu empfinden, fühlte ich mich immer schlecht in ihrer Gegenwart.

2. Ich versuche, die Gefühle zu benennen. Sind es Schuldgefühle, Schmerz oder Zorn? Fühle ich mich irritiert, ängstlich, depressiv oder einsam?

Was dieses hübsche Mädchen aus Asien anbelangte, konnte ich Eifersucht erkennen. Und einen tiefen Schmerz.

3. I habe aufgehört mich davor zu fürchten, diese Emotionen beim Namen zu nennen. Wenn da Hass ist, dann nenne ich diesen Hass auch beim Namen. Wenn Eifersucht vorhanden ist, so nenn ich diese auch Eifersucht. Wenn ich Bitterkeit empfinde, so nenn ich sie Bitterkeit. Gefühle gehen nicht einfach weg, nur weil wir so tun als ob wir sie nicht hätten. Sie zeigen uns, wie unsere emotionale Realität wirklich aussieht, und diese Erkenntnis benötigen wir, um konstruktiv mit diesen Emotionen umgehen zu können.

In der Situation mit dem Mädchen aus Asien fühlte ich mich etwas dumm, als ich merkte, das da Eifersucht vorhanden war. Ich war eifersüchtig weil sie so schön war, so klein, schlank und zierlich. Ich fühlte einfach nur so, weil dieser Mann, den ich so sehr gewollt hätte, genau dieses Aussehen attraktiv fand, und somit nichts mit meinem Aussehen anfangen konnte. Denn meine Erscheinung gleicht in keiner Weise dem kleinen, feinen und schlanken asiatischen Prototypen.

Fühle ich mich…. ungenügend, depressiv,, ängstlich, verwirrt, wütend, einsam, schuldig, eifersüchtig, abgelehnt, bitter, furcht, alarmiert, ambivalent, enttäuscht, unfähig, genervt…..?

4. Ich habe mich entschieden, dass es nicht meine Emotionen sind, die mein Leben leiten.
Wie wir gesehen haben, sind die Emotionen in sich nicht das Problem. Es kommt darauf an, was wir mit ihnen machen. Was tun wir mit Hass, Eifersucht, Traurigkeit und Bitterkeit die wir in den verschiedenen Situationen unseres Lebens fühlen? Reagieren wir mit falschen Entscheidungen auf diese Gefühle, mit dem Versuch, uns dann besser zu fühlen?

In der Beispiels-Situation verstand ich nun meine Emotionen. Klar, dieses asiatische Mädchen erinnerte mich an die Ablehnung die ich von diesem Mann, der mir so wichtig war, bekam. Es konfrontierte mich mit dem Schmerz, den ich bei dieser Ablehnung fühlte.
Meine Gefühle waren verständlich. Doch Ich hatte mich entschieden, dass es nicht die Realität meiner Gefühle ist, die meine Beziehung mit diesem Mädchen definieren würden.

 

5. Ich überlege, ob ich in diesem Moment etwas Praktisches tun kann, im Bezug auf diese Gefühle. Ist da etwas, dass ich anfangen sollte – oder damit aufhören sollte? Gibt es jemanden den ich anrufen sollte, anschreiben oder besuchen?

Folglich fragte ich in dieser Situation, sobald ich erkannte, was in mir abging, eine gute Freundin, ob sie einen Moment Zeit habe. Wir beteten dann zusammen und ich sprach “Vergebung” aus. Vergebung an all die asiatischen Frauen, dass sie so schön sind, und diesen Mann körperlich mehr anzogen, als ich es tat. Dies mag dumm erscheinen, aber für mich war es ein starker Moment. Und wissen Sie was?
Von diesem Tag an hatte ich keine solche Gefühle mehr in mir gegenüber den asiatischen Frauen. (Und dass ich jetzt einen Ehemann habe, der mich körperlich sehr anziehend findet, ist ein Geschenk, das ich sehr schätze)

Wenn ich Asiatinnen heute anschaue, bewundere ich ihre Schönheit. Ganz ehrlich, ich finde wirklich, dass sie wunderschön gemacht sind – ohne jegliche Eifersucht oder Schmerz in meinem Herz. Ich bin frei von diesen negative Gefühlen.
Wenn ich mich geweigert hätte, einzugestehen, was ich fühle, oder wenn ich diese Emotionen als “Wahrheit” angesehen hätte … Dann wären diese Gefühle immer noch in meinem Herz, und würden mein Leben noch immer beeinflussen.

Damit sind wir an einem wichtigen Punkt angelangt:
Ich bin nicht meine Emotionen, sondern regiere über meine Emotionen.. Ich werde jedoch nur in der Lage sein, über meine Emotionen zu regieren, wenn ich fähig bin, sie zu erkennen und zu benennen

Emotionen

Solange Gefühle tief in uns drin verborgen sind, herrschen sie über uns und bestimmen unser Leben.
Sobald wir uns aber die Zeit nehmen und den Mut aufbringen, diese zu identifizieren, verlieren sie bereits einen Teil ihrer Macht über unser Leben. Und an dem Tag, an dem wir eine konkrete Handlung im Bezug zu Gefühlen ausführen, verlieren diese ihre ganze Kraft und wir können reifen und zu der genialen Persön entfaltet werden, die Gott geschaffen hat.
Nach meiner Erfahrung ist Vergebung eine der kraftvollsten Handlungen im Umgang mit starken Gefühlen. Personen zu vergeben, die uns verletzt haben – Eltern, Freunde, Lehrer oder andere Autoritäten in unseren Leben – minimalisiert nicht die widerfahrene Verletzung oder Ungerechtigkeit, aber befähigt uns, unser Leben in Freiheit zu leben.
Zurück zum gegebenen Beispiel. Diese Gefühle der Eifersucht waren überhaupt nicht rational. Aber Gefühle sind eh nicht rational, auch wenn wir sie auf eine sehr reale Art und Weise erleben. Genauso real ist die Freiheit, die wir beim Überwinden dieser Emotionen erleben.

Sie sind einzigartig und wunderbar gemacht. Ihre Gefühle, die Sie in den verschiedenen Situationen fühlen sind wichtig und kostbar und relevant!
Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich wunderbare Personen zu meiner Seite hatte, mit denen ich den Prozess im Umgang mit Emotionen durchgehen konnte. Doch es gab andere Zeiten, wo ich mich in diesem Prozess sehr einsam fühlte – ohne Menschen, die mich wirklich verstanden und schon gar nicht mit Menschen, die in der Lage waren, mir in diesem Prozess zu helfen. Das waren die Zeiten, in denen ich mich an Gott wendete, und ihm mein Herz auschüttete. In seiner Gegenwart werden Sie immer tiefes Verständnis, Trost, Kraft und Mut finden, das richtige zu tun! Dann werden auch Sie mit mir wie David im Psalm 142:8 sagen – und erfahren können :

“Führe mich heraus aus diesem Gefängnis, damit ich deinen Namen preise. Die nach deinem Willen leben, werden sich freudig um mich scharen, wenn du mir Gutes erwiesen hast.”

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