Wieso ich nicht einfach eine Mutter bin, die versucht ihr bestes zu geben

von | Jun 5, 2017 | Erziehung, Persönliches wachstum | 0 Kommentare

Manchmal bekomme ich per Facebook ein Bild von Freundinnen, die auch Mütter sind gepostet. Darauf steht jeweils etwas, wie: „Ich bin nicht eine Helden-Mutter, sondern ein einfaches, echtes Mami, das versucht das Beste zu geben. Manchmal versage ich dabei.“

 

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Wenn ich auf solchen Bildern markiert worden bin, akzeptiere ich sie jeweils nicht auf meiner Timeline.Denn ich sehe mich nicht als ein «Einfaches, echtes Mami, das versucht das Beste zu geben und dabei manchmal versagt». 

Ich stelle mir dabei meinen Ehemann vor, der Besitzer einer Auto-Garage ist.

Wenn er seinen Kunden sagen würde: „Wissen Sie, ich bin nicht der beste  Automechaniker, manchmal mache ich Fehler… aber ich gebe mein bestes, Ihren Wagen so gut wie nur möglich zu reparieren..” 

Oder wenn mir die Kindergärtnerin meines Sohnes sagen würde: „Ich bin nicht die beste Kindergärtnerin, aber dafür eine echte. Ich hoffe Sie stören sich nicht daran, auch wenn ich manchmal einen schlechten Tag habe, und manchmal versage.“ 

Würden sie ihr Kind einer solchen Kindergärtnerin anvertrauen? 

Ich nicht. 

Wieso ist es denn so, dass wir Eltern so von uns denken, und dies auch als öffentliches Statement bekannt geben? Wir sind doch “Profis” vom Moment an,wo wir schwanger wurden oder vom Moment an, wo wir ein Kind in unsere Familie aufnehmen! 

Ich habe fünf verschiedene Kategorien von Eltern beobachtet, die verschieden mit ihren Mängeln (die alle Eltern haben) umgehen. 

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  • Die “ich folge meinem Herz” Mutter

    Diese Mütter tun das, was sie im Moment gerade als richtig empfinden. Sie haben kein Interesse daran, Bücher rund um die Erziehung zu lesen. Meistens sind sie auch nicht an Tipps von aussen interessiert – denn, schlussendlich, ist sie ja die Mutter und wird schon wissen, was zu tun ist. 

  • Die “alle wissen es besser als ich” Mutter

    Diese Mütter folgen einem Rat nach dem anderen, einer Theorie die sie in einem Buch gelesen oder an einem Seminar erfahren haben. Sie wissen nicht, dass sie eine einzigartige Fähigkeit haben, Ideen, die spezifisch auf ihre Kinder angepasst sind, zu finden. Die Grundhaltung dieser Mutter ist: “Sagt mir, was ich tun soll”. 

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  •  Die “Experten-Nachfolger” Mutter

    Diese Mutter lernt irgendwann auf ihrer Laufbahn einen sogenannten Experten kennen und involviert von da an seine Ratschläge und Theorien in jede Interaktion mit ihrem Kind. Ich weiss von einer Frau, die in ihrer Kindheit tausende von Male den Namen “Dobson” gehört hat. (James Dobson ist ein bekannter, amerikanischer Autor von verschieden Büchern, gerade auch über Erziehung).
    Sätze wie “Dobson sagt”, “Ich habe gelesen, dass Dobson das tun würde”, “Dobson denkt” haben sie durch ihre ganze Kindheit hindurch begleitet. Sie hat diese Worte jeden Tag mehrmals gehört. 

  • Die “ich bin ein Versager” Mutter 

    Solche Mütter sind oft beeindruckend in ihrem Herz für ihre Kinder und wie sie ihre Kinder wahrnehmen… Aber sie wissen das nicht. Das herausstechende Gefühl, wenn man mit solch einer Mutter spricht ist: Ich bin eine unfähige Mutter. Ich versage täglich. Doch ich hoffe, meine Kinder werden doch gut rauskommen.

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  • Die hilflose Mutter

     

     

    Eine hilflose Mutter wendet täglich Drohung, Strafe, oder gar Manipulation an ihren Kindern an. Man hört sie oft ihre Kinder anschreien. Nicht weil sie denkt, dass dies die beste Art von Erziehung ist, sondern weil sie sich in den täglichen Herausforderungen mit ihren Kindern machtlos fühlt und unfähig in 
    ihren Fähigkeiten als Mutter.

Nun nehmt diese verschiedenen Kategorien von Müttern und überlegen Sie sich,
wie das wäre, wenn sich der Automechaniker oder die Kindergärtnerin weiter oben so verhalten würde. Was würden Sie von solch einer Person halten? Würden Sie von einer solchen PersonIhr Auto zur Reparatur geben? Würden Sie einer solchen Person ihre Kinder anvertrauen? Ich nicht. Wieso sollte es ok sein, wenn Eltern sich so verhalten?

 Hiermit ist nicht gemeint, dass wir etwas vorgeben sollten, dass wir gar nicht sind. Auch nicht, dass wir unsere Schwächen verstecken sollten. 

Lasst uns mit dem Beispiel der Geschäftswelt weitergehen. Mein Mann arbeitet nun seit 25 Jahren mit Autos. Dennoch besucht er regelmäßig Weiterbildungen, an denen er lernt, wie er besser werden kann. Er ist zuversichtlich, was seine Arbeit anbelangt und die Ausführung täglicher Arbeiten. Wenn er aber ansteht und in einer spezifischen Arbeit nicht weiter kommt, so informiert er sich in einer Reparaturanleitung. 

Ähnlich mit der Kindergärtnerin: Gerade letzten Mittwoch hat mein Kind am Mittwoch keinen Kindergarten gehabt, weil sie an einer Weiterbildung war. 

Das ist die Haltung, die ich mich entschieden habe, zu leben:

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Diese Haltung nennt sich “offen für Wachstum”, Lernwilligkeit” und mein Herz und meine Zeit zu geben, um eine fähigere und bessere Mutter zu werden, die beste, die ich sein kann. Ich glaube, dass keine Person eine bessere Mutter für meine Kinder sein kann, als ich. Und so will ich diese Mutter werden. Ich entscheide mich, eine Haltung von Offenheit für Wachstum zu haben, in jedem Gebiet meines Lebens. 

  • Wachstum in meinem Charakter.
  • Wachstum im Verständnis der verschiedenen Entwicklungsstufen meiner Kinder, indem ich gute Erziehungsbücher lese oder Seminare besuche. 
  • Wachstum in meiner Ehe – dies wird mein Wachstum sehr beeinflussen.
  •  Wachstum und ganz werden in den Bereichen, in welchen ich noch Verletzungen habe. 
  • Wachstum in den Dingen, in denen ich noch versage, damit ich nächstes Mal Erfolg haben kann. 
  • Wachstum in meiner persönlichen Beziehung mit Gott, da dies meine Fähigkeit beeinflussen wird, meine Kinder zu lieben und sie zu lehren, wie sehr auch sie von ihm geliebt sind. 

Sie änderte ihre „Es geht nicht“ zu „Es geht“ und ihre Träume zu Pläne.

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