Wählen Sie Ihre Erziehungs-Ratgeber weise aus. Ein paar Tipps, was man dazu beachten sollte.

von | Erziehung, Persönliches wachstum | 0 Kommentare

In diesem Artikel werde ich Ihnen in ein paar wenigen Punkte erklären, was mir bei einem guten Erziehungs- – Ratgeber wichtig ist und auf was ich achte. Somit können Sie dann für sich selber entscheiden, welches Buch sie an ihren kostbaren Kindern anwenden möchten.

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Während meiner Ausbildung als Kleinkinder Erzieher habe ich viele Dinge über Entwicklung gelernt. Wir lernten verschiedenste Ansätze der Erziehung von diversen berühmten Pädagogen wie unter anderen M.Montessori und E.Pickler kennen.
Ich fand es schon immer Interessant, über die verschiedenen Konzepte und Methoden zu erfahren. Es gab Mitschülerinnen, die einer dieser pädagogischen Ansätze nahmen, und so überzeugt davon waren, dass sie versuchten, dies in der Kindertagesstätte, in der sie arbeiteten, umzusetzen. Eine meiner Mitschülerin konnte durchsetzen, dass an ihrem Arbeitsplatz der Wickeltisch abgeschafft wurde. Dies war ein Bestandteil des Konzeptes, von dem sie überzeugt war.
Meiner Meinung sind solche Dinge reine Frage der Überzeugung, die keinen Unterschied auf das Leben des Kindes macht.

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Während meiner Ausbildung habe ich in einer großen Kindertagesstätte mit 5 Gruppen gearbeitet. Am Morgen arbeitet ich auf der Halbtages-Gruppe, am Nachmittag war ich Springerin auf den vier Tagesgruppen. Dadurch hatte ich das Privileg (und die Herausforderung) mit immer wieder anderen Erzieherinnen zu arbeiten, die verschiedenste Ansätze hatte. Die fünf Gruppen waren alle grundlegend verschieden. In ihrem Ansatz, ihrem Verständnis über die Entwicklung eines Kindes und wie sie dadurch in alltäglichen Situationen mit den Kindern umgingen.
Durch diese verschiedenste Ansätze die ich in der Berufsschule und am Arbeitsplatz mitbekam, war die Zeit der Ausbildung sehr intensiv. Ich musste für mich selber herausfinden, was ich zum Thema Kinder Erziehung denke und glaube, wie ich im Alltag mit den Kindern umgehen möchte.

Mit diesem Hintergrund war und bin ich immer sehr neugierig, wenn Freunde mir von einem Erziehungs-Ratgeber erzählten, der „der beste“ sein soll. Meistens kaufe ich das Buch, lese es und forschte auf dem Internet nach Information über den Autor. Es sind ungefähr 20 Erziehungs- –Ratgeber die ich auf diese Weise kennen gelernt habe.
Im Moment will ich nicht darauf eingehen, wie diese Autoren heißen, und schon gar nicht, welche ich geliebt habe. Auch nicht, bei welchen ich mich gefragt habe, wie man diese nur gut finden kann.
Aber ich werde Ihnen in ein paar wenigen Punkte erklären, was mir bei einem guten Erziehungs- – Ratgeber wichtig ist und auf was ich achte. Somit können Sie für sich selber entscheiden, welches Buch sie an ihren kostbaren Kindern anwenden möchten.

  • Blättern Sie das Buch zuerst mal durch. Was ist der allgemeine Ton? Lässt der Autor Sie glauben, dass Sie nur gute Eltern sind, wenn Sie seine Ideen anwenden? Müssen Sie das Buch auf den Buchstaben genau anwenden, damit sie Erfolg haben in der Anwendung? Falls es sich um eine christliche Literatur handelt, sind Sie, (nach der Meinung des Autors) nur ein guter Christ wen Sie seine Methoden anwenden?Falls Sie diese Fragen (oder auch nur eine davon) mit „ja“ beantworten können, hier ist mein Rat. Wenn Sie, was Erziehung anbelangt nicht wirklich sicher sind, dann lesen Sie das Buch nicht. Es wird Sie bestimmt nicht im Gefühl bestärken, fähige Eltern zu sein. Aber wenn Sie schon ihre klare Meinung haben, dann lesen Sie es, meistens hat es ein paar gute Ideen oder Ansätze drin. Nehmen Sie diese heraus und vergessen Sie den Resten.
  • Bei den christlichen Erziehungs-Ratgeber gibt es zwei Arten: beide sind auf theologische Grundlagen zurückzuführen:
  • a.)Die einen sind der Meinung, dass das Kind von Geburt an böse ist, und das man ein Kind von klein auf (einige sagen ab Geburt, andere beschränken sich auf 18Monate) als Sünder behandelt müsse, Beziehungsweise sie durch strenge und Disziplin zu Erwachsenen werden lasse, die ihre sündige Natur unter Kontrolle halten können.
    Als ich für diesen Artikel im Internet ein wenig nachforsche, fiel ich auf eine Lehre von einem Pastor, dessen Namen ich noch nie gehört habe. Ich finde, das was ich von ihm zu dem Thema gefunden habe, erklärt auf verständliche Art und Weise, was diese Theologie vertritt:
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„Eine Mutter weiß nicht, was aus ihrem zarten Kindlein mal werden wird. Ob es groß oder klein, schwach oder stark, klug oder dumm werden wird. Aber etwas, dass die Mutter mit Sicherheit sagen kann: Es hat ein sündiges und verdorbenes, schlechtes Herz. Es ist etwas Natürliches für uns, das schlechte zu tun. „Torheit“, sagt Salomo„, steckt dem Kind im Herzen “ (Sprüche 22:15) „ ein sich selbst überlassenes Kind bereitet seiner Mutter Schande “ [Sprüche 29:15]. Unser Herz ist wie die Erde auf der wir leben: Wenn wir es lassen, wird es sicher Unkraut hervorbringen.“

b.) Dann gibt es eine zweite Art von Erziehungs- – Ratgeber, die eine andere Art von Theologie vertritt:

  • „Kleine Babys werden unschuldig geboren. Jeder weiß, dass Babys bei Geburt nichts wissen. Sie können das Richtige nicht vom Falschen unterscheiden. Babys sind nicht in der Lage, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen. Sie haben keine „bösen Herzens Absichten“ wenn sie auf die Welt kommen. Sie haben nicht die Fähigkeit, das Richtige vom Falschen zu trennen. Sie sind nicht in der Lage, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen. Babys haben kein „böses trachten des Herzens“. Die Bibel sagt, dass „ das Trachten des Menschenherzens ist böse von Jugend an “ (1. Mose 8:21) , nicht von der Geburt an. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie bewusst das böse verwerfen und das Gute wählen können, haben ihre Handlungen kein moralischer Charakter. Babys und Kleinkinder kennen weder gut noch böse und sind unschuldig vor Gott. Die Bibel lehrt und, dass Kinder das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben müssen, bevor sie Sünde begehen können.“

Es ist wichtig, dass wir uns in klaren sind, was wir zu diesen grundverschiedenen Ansichten glauben. Gerade, weil viele der christlichen Erziehungs-Ratgeber auf einer diesen theologischen Ansichten basiert sind.
Es wird leichter für uns sein, zu entscheiden auf welche christliche Erziehungs-Literatur wir uns einlassen wollen, wenn wir diesen Unterschied kennen.

  • Wenn ich ein Erziehungs-Ratgeber lese, so versuche ich „den Geist“, das Herz des Inhaltes zu verstehen.

    Selbst mit den Büchern die mich wirklich weiter gebracht haben und ich viel davon lernen konnte mache ich das so.
    Bei uns gibt es keine Schritt-für-Schritt Anwendung an unsern Kindern.
    Kein automatisches Kopieren von Methoden in unserer Familie.
    Sondern wir Versuchen das Prinzip dahinter zu verstehen. Dieses wenden wir dann in meiner Familie so an, dass es auf einzigartige Art und Weise dem Kind angepasst ist. Damit haben wir schon geniale Erfolge erlebt. Folgende Geschichte als Beispiel:

In einem der Erziehungs-Ratgeber, den ich gelesen habe, ging es darum, dem Kind zu lernen, Nachzudenken, die innere Verweigerung in dem es stecken geblieben ist zu überwinden. Der Rat war, das Kind mit dem Kopf Richtung Wand hin stehen zu lassen (damit es beim überlegen nicht abgelenkt ist) und es dort zu lassen, bis es das Problem durch gedacht hat, und zu einer Lösung für die Situation gekommen ist.
Mit unseren Ältesten konnten wir es uns nicht vorstellen, unser Kind so an der Wand stehen zu lassen. Aber die Idee dahinter gefiel uns. So haben wir ihn in so einer spezifischen Situation auf unsere Schoss genommen und er durfte erst wieder runter, wenn er zu der Situation eine gute Lösung gefunden hatte. Das gefiel ihm gar nicht: Er wollte seine Spielsachen nicht aufräumen, wie wir es von ihm verlangt hatte. (Er war zu diesem Zeitpunkt etwa 2 Jahre alt). Doch auf der Schoss festgehalten zu werden und nicht weiter zu spielen war auch etwas, das er hasste. Er machte ein riesen Geschrei. Wir hielten ihn fest, sagten ihm, wie er genial sei, dass wir stolz auf ihn sind und wir ihn lieben. Er brauchte ganze 45 Minuten, bis er sich beruhigte, bereit war zum Zuhören, zum Denken, und sich entscheiden… Seine Spielsachen aufzuräumen. Das zweite Mal waren es nur noch 30Minuten. Dann ging es bald schneller, bis runter zu einer halben Minute. So hatten wir kein Kind gegen die Wand, aber auf der Schoss. Das Ergebnis war das gleiche und wir hatten das Prinzip hinter der Methode angewendet, so wie es mit unserem Kind passte.

  • Ich forsche immer auf dem Internet nach.
    Von den meisten beliebten Erziehungs-Ratgeber gibt es einige interessante Informationen über den Autor oder von den Kindern, die im Rahmen dieser Lehre aufwuchsen.
    Ich suche nach Personen, die begeistert sind von der Lehre und andere, die keine gute Erfahrung damit gemacht haben. (Das gilt vor allem für die amerikanische Literatur, wie Tripp, Ezzo, Silk, Dobson, Covey, Sears, Campbell, Pearl, etc) Ich suche Leute, die mit der Philosophie, der Lehre des Buches zufrieden sind und lesen warum. Ich suche Leute, die nicht gute Erfahrungen damit gemacht haben, und lese auch wieso.
    Es gibt zum Beispiel ein Autor, dessen zwei erwachsene Kinder jeden Kontakt mit den Eltern abgebrochen haben, und das seit Jahren.
    Solche Tatsachen geben mir zu denken und ich frage mich, ob ich wirklich von diesem Autor lernen möchte, wie mit meinen Kindern und Teenies umzugehen.

Ich denke, diese Ratschläge werden Ihnen sehr behilflich sein, zu wissen welches Buch, welches Material, Methoden und Prinzipien Sie in Ihre Familie einbringen möchten.
Und Bitte: Wenn Sie nicht viel Selbstvertrauen haben was Ihre Elternschaft anbelangt, vielleicht weil Sie nicht einfach kopieren können/wollen wie es Ihre Eltern gemacht haben – verschieben Sie nicht einfach Ihre Verantwortung an Kindererziehung auf sogenannte Experten in Kindererziehung ab. Wenn Sie ein schlechtes Gefühl haben über eine Methode die sie in einem Erziehungs- – Ratgeber lesen: So lassen Sie es sein. Übernehmen Sie Verantwortung für das, was Sie tun und warum Sie es tun. Folgen Sie keinem noch so guten Buch, noch so berühmten Experten, einfach blind.
Deshalb habe ich diesen Artikel auch so geschrieben, wie ich ihn geschrieben habe. Es ist nicht mein Ziel, Ihnen zu sagen was ich über die Bücher denke, die ich gelesen habe. Sondern der Zweck dieses Artikels ist es, Ihnen zu helfen, damit SIE wissen was Sie denken, Sie glauben, und Sie wollen.

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