Sechs Arten wie Sie die Beziehung zu ihren Liebsten pflegen können -Teil1

von | Sep 25, 2017 | Erziehung, Persönliches wachstum

Wie im letzten Artikel angesagt, geht es heute um die verschiedenen Bindungsarten. Als ich daran arbeitete, wurde mir nochmals klar, wie reichhaltig dieses Thema ist. Deshalb entschied ich mich, den Artikel in zwei Teile zu trennen. Heute werden wir die ersten drei Bindungsarten anschauen. Es ist wichtig, zu verstehen, dass nicht alle Kinder die gleichen Bedürfnisse haben, was die Art der Bindung anbelangt.

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Beim Studieren der verschiedenen Bindungsarten sind mir immer wieder mir nahestehende Personen in den Sinn gekommen – ich selber, mein Mann, meine Kinder oder auch meine Geschwister. Jeder bevorzugt eine andere Bindungsart und tendiert zu dieser in besonderem Ausmass. Ich habe auch gemerkt, wie diese unterschiedlichen Bedürfnisse nach Bindung, die Verhaltensmuster im Leben unterschiedlich prägen. Im nächsten Artikel werden wir zu der Bindungsart kommen, die mich und mein persönliches Leben besonders stark geprägt hat. Natürlich geht es in diesem Artikel nicht darum, dass wir bessere Wege finden, unsere Kinder an uns zu binden, indem wir sie, mit diesem Verständnis der Bindungsarten, in eine ungesunde Bindung zu uns manipulieren, um sie immer nahe zu haben. Es geht wirklich nicht um uns und unsere Bedürfnisse, sondern darum, was das Kind braucht. Ein Kind braucht einen Ort, wo es eine gesunde Bindung haben kann, einen Ort der Zugehörigkeit, einen Ort der Orientierung. Wenn wir uns nicht vorsehen und es verpassen, dieser Ort für unser Kind zu sein, (durch fehlendes Verständnis oder unsere verkehrten Prioritäten) wird unser Kind sich an die Welt wenden. Wir alle wissen, dass es auf dieser Welt kostbare Leute gibt, die ein Herz dafür haben, anderen eine Hilfe zu sein und ihnen auf eine gute Art das zu vermitteln, was ihnen fehlt. Wir alle wissen aber auch, dass es auf dieser Welt viele Strömungen gibt, an die wir unsere Kinder niemals verlieren möchten. Dies ist der Grund wieso mir dieses Thema so schwerwiegend und wichtig erscheint. Nun lasst uns die ersten drei der sechs Arten von Bindungen ansehen..

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Sinne “Das Ziel dieser Bindungsart ist körperliche Nähe. Das Kind muss seine Bindungsperson (auf die eine oder andere Art) sinnlich wahrnehmen, sie berühren, hören, sehen oder riechen können. Wird diese Nähe bedroht oder gestört, wird es alarmiert reagieren und schmerzlichen Protest zum Ausdruck bringen.” Wahrscheinlich werden wir bei diesen Zeilen alle an ein Baby denken. Es ist wirklich so, dass dies die primäre Art der Bindung ist, die ein Mensch in seinem Leben hat.

Doch können wir diese Art von Bindung bei allen Altersstufen beobachten. Je weniger Reife eine Person hat, desto stärker wird sie auf diesen grundlegenden Bindungsmodus angewiesen sein. Wir haben sicher schon alle Teenager/Jugendliche gesehen, die an ihren Treffpunkten „rumhängen“. Meistens sind sie einfach beisammen, ohne tiefe Gespräche, ohne sonst etwas zu tun. Es geht ihnen mehr darum, „zusammen zu sein“, „in Verbindung zu bleiben“, „dabei zu sein“. Wenn unser Kind vor allem für diese Art von Bindung empfänglich ist und wir es verpassen, ihm dabei zu helfen, zu einer Reife zu kommen, so wird es bei seinen Kollegen danach Ausschau halten. Ihr beisammen sein besteht dabei oft nur aus „leerem Gerede“, denn es geht nicht um Kommunikation, sondern dies ist ein Bindungsritual, welches das Bedürfnis stillt, einen Zuhörer zu haben.

Gleichheit: Hatten sie schon die Gelegenheit, ein Kleinkind zu beobachten, das seine engste Bezugsperson in deren Art und deren Ausdrucksweise nachahmt und nacheifert? Sei es in der Art, wie die Bezugsperson redet, sich schminkt, geht oder ein Instrument spielt … Auf YouTube gibt es eine Menge Aufnahmen dieser Art zu sehen. “Diese Bindungsform spielt beim Spracherwerb und bei der Kulturübermittlung eine entscheidende Rolle. Eine andere Art, sich durch Gleichheit zu binden, ist die Identifikation, sich mit einer Person oder Sache zu identifizieren, bedeutet mit ihr vereint zu sein; das Selbstgefühl verschmilzt mit dem Identifikationsobjekt.”

Hier sehen wir ein süßes Kleinkind den Gang seiner schwangeren Mama nachmacht…

Es kann sich dabei um einen Elternteil handeln … Doch es kann sich genauso um eine Gruppe, einen Film- oder Rockstar, eine Idee oder gar um eine ethnische Gruppe handeln. “Je abhängiger ein Kind bzw. Ein Mensch ist, desto intensiver wird diese Identifikation tendenziell sein. In unserer Gesellschaft identifiziert man sich inzwischen, anstatt mit seinen Eltern oder herausragenden historischen Persönlichkeiten, schwerpunktmäßig mit gleichaltrigen – oder mit den Pop-Idolen der durch die Gleichaltrigen-Orientierung geprägten Welt.”
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Zugehörigkeit und Loyalität “Diese Bindungsart tritt, sofern sich alles wie vorgesehen entwickelt, ebenfalls erstmals im Kleinkindalter auf. Einer Person nahe zu stehen bedeutet, sie als sein Eigen zu betrachten. Das sich bindende Kleinkind wird auf alles oder jeden, zu dem es eine Bindung hat – ob Mama, Papa, Teddybär oder kleine Schwester. Einen Besitzanspruch erheben. ”

Dies ist dem Alter entsprechend normal. Schwieriger wird es, wenn dieses Kleinkind aufwächst ohne eine Emotionale Reife zu entwickeln. Dann wird dieser Bindungsmodus einen grossen Teil der Interaktionen dominiere.n. Konkret bedeutet dass, das Beziehungen gleichgestellt werden mit Besitzen, Konflikte aus Besitzgier können dann intensiv und bösartig werden. Auf dem Fuss folgend von Zugehörigkeit kommt Loyalität – das heisst, ein folgsames und treues nachfolgen der ausgesuchten Bindungsfiguren. Die Loyalität kann sehr stark sein, sie folgt jedoch lediglich der Bindung. Ändert sich die Bindung eines Kindes, so warden sich auch sein Zugehörigkeitssinn und seine Loyalität ändern. Ein Kind, dass die Möglichkeit hatte eine gesunde Beziehung mit uns als Eltern / Bezugspersonen aufzubauen, wird erwachsen werden und fähig sein, gute und konstruktive Entscheidungen diesbezüglich zu treffen. Wenn das Kind aber nicht die Möglichkeit hatte eine solche Bindung aufzubauen, wird dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Loyalität dieses nun erwachsene Kind in eine Abhängigkeit bringen – in der die Person dann treu und gehorsam nachfolgen wird.

Diese sind die drei ersten Bindungsarten, von denen uns jede eine Hilfe ist, das Verhalten unserer Kinder – und oft auch unser eigenes Verhalten – zu verstehen. Nächste Woche werden wir die restlichen Arten ansehen. Je mehr ich verstehe, worum es bei diesem Thema geht, umso leichter fällt es mir, meine Kindern und die Menschen, die mir sehr nahe stehen, zu verstehen und auf konkretere Weise ihr Leben zu bereichern Ich hoffe und bete, dass Sie die gleiche Erfahrung machen können.

Quellenangaben: Der Inhalt, der kursiv geschrieben ist, kommt wortwörtlich aus dem Buch „unsere Kinder brauchen uns“, geschrieben von Gordon Neufeld und Gabor Mate, zweites Kapitel, unter Kapitel „Die sechs Bindungsarten“, Seite 22–24. Das Ziel des Autors (Jeanne von Familythatmatters) ist es, Ihnen einen kleinen Einblick in etwas zu geben, was ihr zum Thema Familie zentral erscheint: Die Fähigkeit, innerhalb der Familie gesunde Bindungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Ihrer Meinung nach haben Gordon Neufeld und Gabor Mate eine vortreffliche Arbeit geleistet mit ihrem Buch. Für jeden, der sich am Thema interessiert ist es wärmstens empfohlen, das Buch selber zu lesen.

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